Kurs:Invariantentheorie/1/Klausur mit Lösungen


Aufgabe 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16
Punkte 3 3 5 3 2 0 5 0 3 3 10 0 0 5 0 0 42




Aufgabe (3 Punkte)

Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.

  1. Die Isotropiegruppe zu einer Gruppenoperation

    und einem Punkt .

  2. Der Invariantenring zu einer Operation (von rechts) einer Gruppe auf einem kommutativen Ring als Gruppe von Ringautomorphismen.
  3. Die Hilbert-Reihe einer positiv graduierten Algebra , bei der die Stufen endlichdimensional seien.
  4. Ein noetherscher Ring.
  5. Eine Überlagerung zwischen topologischen Räumen.
  6. Eine linear reduktive affin-algebraische Gruppe (über einem Körper ).


Lösung

  1. Man nennt

    die Isotropiegruppe zu .

  2. Es ist

    der Invariantenring von unter der Operation von .

  3. Man nennt die Potenzreihe

    die Hilbert-Reihe von .

  4. Ein kommutativer Ring heißt noethersch, wenn jedes Ideal darin endlich erzeugt ist.
  5. Die Abbildung heißt Überlagerung, wenn es eine offene Überdeckung und eine Familie diskreter topologischer Räume , , derart gibt, dass homöomorph zu (versehen mit der Produkttopologie) ist, wobei die Homöomorphien mit den Abbildungen nach verträglich sind.
  6. Die affin-algebraische Gruppe heißt linear reduktiv, wenn jede - rationale Darstellung von vollständig reduzibel ist.


Aufgabe (3 Punkte)

Formuliere die folgenden Sätze.

  1. Der Satz über die Invariantenringe bei konjugierten Untergruppen.
  2. Der Satz von Noether (Invariantentheorie).
  3. Der Satz von Chevalley-Shephard-Todd.


Lösung

  1. Es sei

    eine Operation einer Gruppe auf einem kommutativen Ring durch Ringautomorphismen. Es seien konjugierte Untergruppen. Dann sind die Invariantenringe und in natürlicher Weise

    isomorph.
  2. Es sei ein Körper, eine endlich erzeugte kommutative - Algebra, auf der eine endliche Gruppe durch - Algebraautomorphismen operiere. Dann ist der Invariantenring eine endlich erzeugte -Algebra.
  3. Es sei ein algebraisch abgeschlossener Körper der Charakteristik null. Die endliche Gruppe operiere linear und treu auf dem - Vektorraum . Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
    1. ist eine Reflektionsgruppe.
    2. Der Invariantenring ist ein Polynomring.


Aufgabe (5 Punkte)

Es seien die Seitenlängen eines Dreiecks. Zeige, dass der Flächeninhalt des Dreiecks gleich

ist.


Lösung

Wir nehmen an, dass der Höhenfußpunkt zur Höhe durch zwischen und liegt. Es sei die Länge dieser Höhe und der Höhenfußpunkt. Es sei die Länge von nach und die Länge von nach . Nach dem Satz des Pythagoras ist

und

woraus sich

also

und

ergibt. Somit ist

und daher

und letztlich


Aufgabe (3 Punkte)

Zeige, dass die - Äquivalenz bei einer Gruppenoperation in der Tat eine Äquivalenzrelation ist.


Lösung

Die Gruppe operiere auf der Menge . Die Symmetrie ergibt sich direkt aus für alle . Zur Symmetrie. Es sei mit einem . Wir wenden auf diese Gleichheit die Operation mit dem inversen Element an und erhalten

Zur Transitivität. Es sei und mit . Dann ist

also steht auch in Relation zu .


Aufgabe (2 Punkte)

Es sei ein kommutativer Ring und eine Gruppe, die auf als Gruppe von Ringautomorphismen operiere. Zeige, dass die Operation genau dann trivial ist, wenn ist.


Lösung

Wenn die Gruppe trivial auf operiert, so ist

für alle und . Also ist der Invariantenring gleich . Wenn die Gruppe nicht trivial operiert, so gibt es zumindest ein Gruppenelement , das nicht trivial operiert. Dann gibt es zumindest ein mit und somit , also .


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (5 Punkte)

Beweise den Satz über die Quotientenkörper von Invariantenringen.


Lösung

Die Inklusion gilt nach Fakt *****  (3) für jede Gruppe. Zum Beweis der Umkehrung seien , , mit gegeben. Wir betrachten

Dann gelten in die Identitäten

Nach Voraussetzung ist der Bruch und in dieser Darstellung offenbar auch der Nenner (siehe Aufgabe *****) invariant. Also muss auch der Zähler invariant sein und somit ist .


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (3 Punkte)

Es sei ein kommutatives Monoid, seine Differenzengruppe und ein Körper. Zeige, dass die Spektrumsabbildung

injektiv ist.


Lösung

Seien

Monoidhomomorphismen, also Elemente aus dem Spektrum zu . Die Einschränkungen auf , also die Verknüpfungen und mit , seien identisch. Es ist zu zeigen. Es sei mit . Da eine Gruppe ist, wird jedes Element auf eine Einheit in abgebildet. Also ist


Aufgabe (3 Punkte)

Es sei ein Körper und sei eine kommutative - Algebra, die als - Modul endlich sei. Zeige, dass ein Element genau dann eine Einheit ist, wenn es ein Nichtnullteiler ist.


Lösung

Wenn eine Einheit ist, so gibt es mit . Aus folgt dann direkt

Also ist ein Nichtnullteiler.

Wenn umgekehrt ein Nichtnullteiler ist, so betrachten wir die - lineare Multiplikationsabbildung

die in diesem Fall injektiv ist. Da als Modul endlich über dem Körper ist, ist ein endlichdimensionaler - Vektorraum. Nach Fakt ***** ist dann auch surjektiv, was insbesondere bedeutet, dass es ein mit

gibt. Dies bedeutet aber, dass eine Einheit ist.


Aufgabe (10 Punkte)

Beweise den Satz über die Charakterisierung von ganzen Elementen.


Lösung

(1) (2). Wir betrachten die von den Potenzen von erzeugte -Unteralgebra von , die aus allen polynomialen Ausdrücken in mit Koeffizienten aus besteht. Aus einer Ganzheitsgleichung

ergibt sich

Man kann also durch einen polynomialen Ausdruck von einem kleineren Grad ausdrücken. Durch Multiplikation dieser letzten Gleichung mit kann man jede Potenz von mit einem Exponenten durch einen polynomialen Ausdruck von einem kleineren Grad ersetzen. Insgesamt kann man dann aber all diese Potenzen durch polynomiale Ausdrücke vom Grad ersetzen. Damit ist

und die Potenzen bilden ein endliches Erzeugendensystem von .

(2) (3). Sei , eine -Unteralgebra, die als -Modul endlich erzeugt sei. Dann ist , und enthält den Nichtnullteiler .

(3) (1). Sei ein endlich erzeugter -Untermodul mit . Es seien erzeugende Elemente von . Dann ist insbesondere für jedes eine -Linearkombination der . Dies bedeutet

mit , oder, als Matrix geschrieben,

Dies schreiben wir als

Nennen wir diese Matrix (die Einträge sind aus ), und sei die adjungierte Matrix. Dann gilt ( bezeichne den Vektor ) und nach der Cramerschen Regel ist , also gilt . Es ist also für alle und damit

für alle . Da nach Voraussetzung einen Nichtnullteiler enthält, muss sein. Die Determinante ist aber ein normierter polynomialer Ausdruck in vom Grad , sodass eine Ganzheitsgleichung vorliegt.


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (5 Punkte)

Beweise den Satz über die Hilbert-Reihe eines positiv graduierten Polynomringes


Lösung

Die Monome vom Gesamtgrad bilden eine - Basis von . Die Dimension der -ten Stufe ist also die Anzahl der Elemente in der Menge

Die Behauptung folgt somit aus

wobei wir im letzten Schritt die Formel für die geometrische Reihe verwendet haben.


Aufgabe (0 Punkte)


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Aufgabe (0 Punkte)


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