Kurs:Lineare Algebra/Teil II/23/Klausur mit Lösungen
| Aufgabe | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Punkte | 3 | 3 | 2 | 0 | 0 | 6 | 0 | 7 | 3 | 0 | 5 | 4 | 5 | 2 | 10 | 4 | 0 | 0 | 54 |
Aufgabe (3 Punkte)
Definiere die folgenden (kursiv gedruckten) Begriffe.
- Das Kreuzprodukt zu zwei Vektoren .
- Die Mittelsenkrechte zur Strecke zwischen den beiden Punkten in einer euklidischen Ebene.
- Der Typ einer symmetrischen Bilinearform auf einem endlichdimensionalen reellen Vektorraum .
- Eine Sesquilinearform auf einem - Vektorraum .
- Ein innerer Automorphismus einer Gruppe .
- Die abgeschlossene Kugel mit Mittelpunkt und Radius in einem metrischen Raum .
- Auf dem wird durch
das Kreuzprodukt erklärt.
- Zu den beiden Punkten nennt man die Gerade, die senkrecht auf der durch und gegebenen Gerade steht und durch den Mittelpunkt der Strecke zwischen und verläuft, die Mittelsenkrechte der Strecke.
- Es sei ein
endlichdimensionaler
reeller Vektorraum
mit einer
symmetrischen
Bilinearform
. Man sagt, dass eine solche Bilinearform den Typ
besitzt, wobei
und
ist.
- Eine Abbildung
heißt Sesquilinearform, wenn für alle die induzierten Abbildungen
- antilinear und für alle die induzierten Abbildungen
- linear sind.
- Ein Automorphismus
der Form zu einem festen Element heißt innerer Automorphismus.
- Man nennt
die abgeschlossene Kugel um mit Radius .
Aufgabe (3 Punkte)
Formuliere die folgenden Sätze.
- Der Satz des Pythagoras in einem - Vektorraum mit Skalarprodukt.
- Der Satz über den Gradienten zu einer Linearform auf einem euklidischen Vektorraum .
- Der Charakterisierungssatz für einen Normalteiler in einer Gruppe .
- Es seien Vektoren, die aufeinander senkrecht stehen. Dann ist
- Zu einer
Linearform
gibt es einen eindeutig bestimmten Vektor mit
- Es sei eine
Gruppe
und
eine
Untergruppe.
Dann sind folgende Aussagen äquivalent.
- ist ein Normalteiler von .
- Es ist für alle und .
- ist invariant unter jedem inneren Automorphismus von .
Aufgabe (2 Punkte)
Bestimme diejenigen Vektoren im , deren Summennorm gleich und deren Maximumsnorm gleich ist.
Es sei
Die beiden Bedingungen sind
und
Daher ist
und
oder umgekehrt. Daher gibt es die acht Lösungen
Aufgabe (0 Punkte)
Aufgabe (0 Punkte)
Aufgabe (6 Punkte)
Es seien und euklidische Vektorräume und sei
eine lineare Abbildung. Zeige, dass die folgenden Aussagen äquivalent sind.
- ist eine Isometrie.
- Für jede Orthonormalbasis , von ist , Teil einer Orthonormalbasis von .
- Es gibt eine Orthonormalbasis , von derart, dass , Teil einer Orthonormalbasis von ist.
Aus (1) folgt (2). Wenn eine Isometrie vorliegt, und , , eine Orthonormalbasis von ist, so ist
und somit ist , , eine Orthonormalbasis von . Diese kann man zu einer Orthonormalbasis von ergänzen.
Von (2) nach (3) ist klar, da es Orthonormalbasen von gibt.
Von (3) nach (1). Es sei , , eine Orthonormalbasis von mit der Eigenschaft, dass
Teil einer Orthonormalbasis von ist. Für zwei beliebige Vektoren und von ist dann
es liegt also eine Isometrie vor.
Aufgabe (0 Punkte)
Aufgabe (7 (1+4+2) Punkte)
Wir betrachten Dreiecke mit der Eigenschaft, dass die Eckpunkte
und
fixiert sind und der dritte Eckpunkt
(mit
)
variabel ist.
a) Bestimme den Höhenfußpunkt durch .
b) Bestimme den Höhenfußpunkt durch .
c) Bestimme den
Höhenschnittpunkt.
a) Die Höhe durch ist einfach die durch die Gleichung gegebene Gerade, der Höhenfußpunkt ist also .
b) Die Gerade zur Seite zwischen
und
wird direkt durch den Vektor beschrieben. Dazu senkrecht steht . Die Höhengerade durch besitzt somit die Form
Die Bedingung für den Höhenfußpunkt ist demnach
was zum linearen Gleichungssystem
führt. Die zweite Gleichung führt auf und und somit
also
Der Höhenfußpunkt zur Höhe durch ist deshalb
c) Die Bedingung für den Höhenschnittpunkt ist
Die erste Zeile führt zu
und damit ist der Höhenschnittpunkt gleich
Aufgabe (3 Punkte)
Es sei ein endlichdimensionaler reeller Vektorraum, auf dem eine symmetrische Bilinearform definiert sei. Zeige, dass man eine Orthogonalbasis eines Untervektorraumes im Allgemeinen nicht zu einer Orthogonalbasis von ergänzen kann.
Es sei , versehen mit der Standard-Minkowski-Form, die durch die Matrix bezüglich der Standardbasis gegeben ist. Es sei
Hierbei bildet der einzige Vektor eine Orthogonalbasis des eindimensionalen Raumes . Die Orthogonalitätsbedingung
wird nur von Vielfachen von erfüllt. Es gibt also keinen zweiten Basisvektor, der zu orthogonal ist.
Aufgabe (0 Punkte)
Aufgabe (5 Punkte)
Zeige, dass die Untergruppen von genau die Teilmengen der Form
mit einer eindeutig bestimmten nicht-negativen Zahl sind.
Eine Teilmenge der Form ist aufgrund des Distributivgesetzes eine Untergruppe. Es sei umgekehrt eine Untergruppe. Bei kann man nehmen, sodass wir voraussetzen dürfen, dass neben noch mindestens ein weiteres Element enthält. Wenn negativ ist, so muss die Untergruppe auch das Negative davon, also enthalten, welches positiv ist. D.h. enthält auch positive Zahlen. Es sei nun die kleinste positive Zahl aus . Wir behaupten . Dabei ist die Inklusion klar, da mit alle (positiven und negativen) Vielfachen von dazugehören müssen. Für die umgekehrte Inklusion sei beliebig. Nach der Division mit Rest gilt
Wegen und ist auch . Nach der Wahl von muss wegen gelten: . Dies bedeutet und damit , also .
Aufgabe (4 (1+1+1+1) Punkte)
Welche der folgenden Abbildungen ist ein Gruppenhomomorphismus?
- Dies ist ein Gruppenhomomorphismus. Die positiven reellen Zahlen bilden mit der Multiplikation eine Gruppe und es gilt
da die Quadrate davon übereinstimmen.
- Dies ist kein Gruppenhomomorphismus, allein schon deshalb, weil die Wurzel für negative Zahlen gar nicht definiert ist.
- Dies ist kein Gruppenhomomorphismus, da keine Gruppe ist, da kein inverses Element besitzt.
- Dies ist kein Gruppenhomomorphismus, da das neutrale Element links nicht auf das neutrale Element rechts abgebildet wird.
Aufgabe (5 Punkte)
Es sei eine endliche Untergruppe der Gruppe der eigentlichen, linearen Isometrien des . Definiere die Begriffe „Halbachse von “ und erläutere, wann zwei Halbachsen „äquivalent“ sind. Zu einer Halbachse sei
Zeige, dass zu zwei äquivalenten Halbachsen und die Gruppen und isomorph sind.
Eine Halbachse zu ist eine Halbgerade, die durch die Drehachse eines Elementes , , gegeben ist. Zwei Halbachsen und heißen äquivalent, wenn es ein gibt mit . Es seien zwei äquivalente Halbachsen gegeben und seien und die zugehörigen Isotropiegruppen. Dann definiert mit durch
einen Isomorphismus der beiden Gruppen. Als ein innerer Automorphismus ist diese Zuordnung ein Isomorphismus auf , man muss also nur noch zeigen, dass nach abgebildet wird. Für ist aber
sodass ist.
Aufgabe (2 Punkte)
Berechne für die Matrix
die Maximumsnorm, wenn der als Definitionsraum mit der Summennorm und als Zielraum mit der euklidischen Norm versehen ist.
Es ist
Die Maximumsnorm ist das Maximum der euklidischen Norm der Bildvektoren, also das Maximum von
für die Menge
Das Maximum wird auf dem Ausschnitt des Randes mit und angenommen. Dies führt auf den Ausdruck
für . Die Maximumsnorm ist also .
Aufgabe (10 Punkte)
Beweise den Konvergenzsatz für stochastische Matrizen.
Es sei die nach Lemma 54.8 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) (3) eindeutig bestimmte stationäre Verteilung und
Dies ist ein Untervektorraum von der Dimension . Nach Lemma 54.8 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) (2) hat ausschließlich nichtnegative Einträge und gehört damit nicht zu . Wegen
ist invariant unter der Matrix . Somit ist
eine direkte Summenzerlegung in invariante Untervektorräume. Für jedes mit ist
nach Lemma 54.8 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) (2). Da die Sphäre zum Radius bezüglich jeder Norm kompakt ist, ist die induzierte Maximumsnorm von kleiner als . Nach Lemma 53.8 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) und Satz 53.6 (Lineare Algebra (Osnabrück 2024-2025)) konvergiert daher die Folge für jedes gegen den Nullvektor.
Es sei nun ein Verteilungsvektor, den wir wegen
als
mit schreiben können. Wegen
und der Vorüberlegung konvergiert diese Folge gegen .
Aufgabe (4 Punkte)
Es sei ein Körper und seien und endliche Indexmengen. Zeige, dass die Abbildung
mit
multilinear ist.
Da die Situation symmetrisch ist, genügt es, die Linearität im ersten Eintrag bei fixiertem zweiten Eintrag zu zeigen. Es seien also , und . Die Gleichheit ist in zu zeigen. Dazu sei und . Dann ist insgesamt, wobei wir die Vektorraumstruktur auf den Abbildungsräumen und das Distributivgesetz in verwenden,
was die Linearität zeigt.
Aufgabe (0 Punkte)
Aufgabe (0 Punkte)