Tiflis

DCCLXII. Der See Nicaragua an der Mündung des Las Lajas Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band (1856) von Joseph Meyer
DCCLXIII. Tiflis
DCCLXIV. Die Kapelle von Coldspring am Hudson
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TIFLIS

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DCCLXIII. Tiflis.




Dort in dem östlichen Berg- und Sonnenlande, am Kaukasus und am Ararat, quillt von Anfang an der frischeste Lebensborn der Menschheit. Dort war es, wo, als die Wafferfluthen über die Erde stürmten, sich die Erwählten des Geschlechts auf die Berge retteten, und von dort verbreitete sich eine neue Bevölkerung im Laufe der Jahrtausende über Asien und Europa. Dort hat die Civilisation, haben die Künste des Friedens ihre Keime; das Wissen von den Geheimnissen der Natur ist von dort ausgegangen, dort wurden die ersten Propheten geboren, denen Gott sich offenbarte, jene Männer, welche die erlangte Weisheit den Völkern lehrten, Stiftshütten, Altäre und Tempel bauten und die ersten Staaten gründeten. In Iran (dem heutigen Georgien und Armenien) sind die ersten Anfänge geordneter Menschenvereine zu suchen, und aus ihrer Wurzel sind die ältesten Staaten in Indien, Saba, Aegypten, Syrien, Palästina, Phrygien und Turan mit ihrer bunten Blätterpracht entsprossen. Von dort sind die Männer voll Muth, Willenskraft und Körperstärke ausgezogen, die Helden und Eroberer, von welchen die ältesten Schriftdenkmäler erzählen, jene gewaltigen Naturen, welche mit ihren Genossen die Wüsten der Erde erforschten, um Abenteuer aufzusuchen, Ungeheuer zu bekämpfen und das Land für die Aufnahme der Saat der Gesittung zu roden; jene Helden, welche, die Pioniere der Civilisation, ihren Willen den wilden Raçen als Gesetz auflegten und das rohe Naturrecht bändigten, damit der Friede mit seinen Segnungen unter den Menschen gedeihen könne. Die Fülle von Kräften, welche den Urbewohnern jener Länder angeboren ist, der unverwüstliche Schatz von geistigen Vorzügen, von Gedanken, Tönen und Klängen, den Gott in ihre Brust legte, der heitere Natursinn, mit dem er sie ausstattete, und das schöne Ebenmaß ihrer Körperformen und ihrer Seelenkräfte stellte sie recht eigentlich dem kindlichen Begriff der ältesten Zeit als Verwandte der Götter dar. Der kaukasischen Raçe und den Anstrengungen derselben ist darum, wie uns schon die frühesten Sagen erzählen, auch der Ruhm und die Herrlichkeit vorzugsweise geworden. Auch Hellas und die Stadt der sieben Hügel sind davon Zeugen, und was die germanische Kraft in der alten Welt geschaffen hat, bis zu ihrem Walten in der neuen Welt: – dieser unermeßlich breite Strom der Gesittung führt, [26] wenn wir seinen Ursprung aufsuchen, in die Alpen Armeniens und des Kaukasus. Noch immer liegen dem Menschenstamm, der dort seine Ur-Heimath hat, und der zum Gebieter über die Erde erkoren ist, die Mühen und Arbeiten des Herakles ob; noch immer ist er derjenige, welcher mit den Löwen und Leoparden, den Ebern und Minotauren zu kämpfen berufen ist; beständig treiben in ihm die Lebensgeister um und gürten ihn zum ewigen Streite; noch immer hat er die Mission der Drachentödter, der Lindwurmbändiger und des ersten Pflügers, welcher die Erde, wo sie noch wüst befunden, zur Aufnahme der Saaten bereitet. Unter dem ausgewählten Hirtenstamm, dessen Schafe am Ararat weideten, da war es ja auch, von wo die Erlösung der Menschheit aus den finstern oder unklaren Vorstellungen der Gottheit und Weltregierung hervorgegangen ist, da ward das Sittengesetz aufgerichtet, welches zum Stab der Menschheit wurde, von dort kommen jene Offenbarungen und Verheißungen, welche dem Tod den Stachel nehmen und diesen als eine Durchgangspforte aus einem niederen Naturleben in ein höheres, geistigeres erkennen lassen. Oder war es nicht so? Waren nicht jene Gegenden Abrahams Heimath, und stammte nicht aus seinem Geschlecht der liebevollste, weiseste, gottreichste aller Propheten, dessen Lehren hinfluthen über die ganze Erde, sie neu zu beleben, zu befruchten, zu erheitern, zu beglücken? Am Kaukasus ruht von der Zeiten Anbeginn ein Schatz, der sich nie erschöpft hat, so viel auch die Wanderungen der Völker von ihm genommen. Am Ararat ist die Stromkarte der Geschichte aufgehangen mit allen ihren Weiterungen und Wendungen, Stürzen und Wasserschnellen. Von dort her ist der Welt das Ferment gekommen, in welchem wir den Grund aller Bewegung in der Geisterwelt erkennen und die Mutter der Kraft, welche alle Mumiendecken des Irrthums nach und nach abstreifen wird, und welche alle Verwandlungen im unendlichen Entwickelungsprozeß der Menschheit beständig schafft und leitet. Von dort her empfingen wir auch die Leuchte einer höheren Geschichte, und darum kann kein heller Menschheitstag gedacht werden, ohne zugleich des Landes zu gedenken, wo der erste Lichtpunkt zum Morgenroth entstand, welches die Nacht verscheucht hat.


Das Land „Georgien ist die Perle der Erde“ nach Klaproth’s Ausdruck. Es füllt die Einsenkung zwischen dem Kaukasus und den armenischen Alpen aus. An Größe kommt es Bayern, Würtemberg und Baden zusammengenommen gleich. Es deckt die Vorstufen und Abhänge beider Gebirge und nimmt das zwischen diesen liegende herrliche Thal des Kur ein, welches zu allen Zeiten wegen der Fruchtbarkeit seines Bodens, seiner milden, gesunden Luft und der Schönheit seiner Menschen berühmt war. Oft zwar wurde es durch innere und äußere Kriege und die Raubzüge der Mongolen und Tartaren verheert; doch die Kultur faßte immer schnell wieder Boden. Gegenwärtig ist es das blühendste unter den pontischen Ländern und es begreift die Fürstenthümer Kachetien, Karthlien, Imeretien, [27] Mingrelien und Gurien, aus welchen im Alterthume die Reiche Kolchis, Iberien und Albanien gebildet waren. Seit Kurzem ist es als grusinisch-imerethisches Gouvernement dem Staatenkomplex des nordischen Riesen einverleibt.

Die Zahl seiner Einwohner ist nicht ganz eine Million, von denen 700,000 dem eigentlichen georgischen Stamme angehören. Turkomannen, Osseten, Tartaren, Mongolen, Armenier und Juden, theils Einwanderer und Kolonen, theils Raçentrümmer aus den früheren Einfällen und Kriegen, bilden den Rest der Bevölkerung. Der größte Theil bekennt sich zum griechisch-christlichen Glauben; doch sind auch unter der langen Tyrannei mohammedanischer Eroberer Viele zur Fahne des Propheten übergetreten. Fast die Hälfte der Gurier sind Muselmänner. Seit undenklicher Zeit hat sich in diesen Ländern eine Art Feudalverfassung ausgebildet, welche unter allen Wechseln der Herrschaft sich in ihren Grundzügen aufrecht erhielt. Der sehr zahlreiche Adel, dessen Häupter die Familien der ehemals souveränen georgischen Fürsten sind, hat den bei weitem größten Theil des Grundbesitzes inne, und ihm ist der dritte Stand der Leibeigenen, welche, als Hörige der Scholle, für den Edelmann arbeiten, unterthan. Der zweite Stand der Freien bewirthschaftet kleinere Güter oder er lebt von Handel und Gewerben in den Städten.

Unähnlich dem gewöhnlichen Verlaufe scheint die früheste Ansiedelung des Landes von der Höhe zur Tiefe, von den Quellflüssen des Kur abwärts bis an’s schwarze Meer zu gehen. Wo der Kur, vom Hochgebirg umgeben, als reißendes Gletscherwasser sich durch Schluchten und Klüfte seinen Weg bahnt, sucht die Tradition die Urgeschichte Georgiens auf. Dort sind die geheimnißvollen Ruinen seiner ältesten Wohnsitze: die Troglodyten-Stadt von Uplis-Ziche, und die grauen Trümmer von Armas, deren Mauern Giganten aufgeschichtet zu haben scheinen. Die Feudalverfassung, welche schon 1000 Jahre vor unserer Zeitrechnung sich unter den Völkerschaften des Kaukasus und Armeniens mehr oder weniger ausbildete, war der Anlage großer Städte ungünstig: unseren Rittergeschlechtern des Mittelalters gleich, baute sich jeder adelige Mann eine Burg oder ein Kastell auf einer Höhe, und versammelte um dieselbe die Hütten seiner Hörigen, die ihm das Feld bewirthschafteten und die er zu schützen verbunden war. Den Fürsten zum Heerbann verpflichtet, lebte der Edelmann übrigens sehr unabhängig und bildete sich ein, in dem engeren Kreise seiner Besitzungen selbst ein Fürst zu seyn. Günstig der Bewahrung einer freiheitsstolzen Gesinnung und aller häuslichen Tugenden war diese Einrichtung doch der Entwickelung der Eintracht und Stärke des Staats nicht zuträglich: Georgien, durch seine Lage nicht geschützt, wie die Volksstämme der Nachbarn in den hohen Gebirgen, wurde beständig von den Einfällen fremder Nationen heimgesucht, welchen bald von Nord her, bald von Süd, nach der paradiesischen Landschaft gelüstete. Heute fielen die armenischen Reiterschwärme ein, morgen kamen die tartarischen, oder die persischen Verwüster und Eroberer, ein anderes Mal stiegen die Scythen aus dem Norden herab und der lockere Verband der georgischen Fürsten unter sich und ihres Adels war nicht dazu gemacht, sich aller dieser Feinde stets mit Erfolg zu erwehren. Schon 633 v. Chr. gerieth Georgien unter das Joch der Scythen; später wurden sie den Persern unter Darius Hystaspes [28] zinsbar, gewannen zwar oft ihre Freiheit wieder, wurden aber auch öfters wieder unterworfen. Alerander der Große ließ bei der Zertrümmerung des persischen Reichs das Land durch einen Unterfeldherrn besetzen; indessen gelangten unter seinen Nachfolgern die georgischen Könige und Fürsten bald wieder zur Unabhängigkeit und suchten sie, oft mit glänzendem Erfolg, oft zeitweilig unterliegend, später gegen die Griechen, Perser, Tartaren und Mongolen zu behaupten. Uneinigkeit unter sich war allezeit ihr Hauptfeind. Waren sie nicht von außen bedrängt, so befehdeten sich die Großen unter einander, und die häufigen Erbtheilungen und der öftere Dynastienwechsel ließen das schöne Land nicht zur Ruhe und Kraft kommen. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts gab es nicht weniger als 24 souveraine georgische Fürsten auf einmal, welche unabhängig von einander regierten. Von dieser Zeit an wird der russische Einfluß sichtbar. Die russischen Großfürsten hatten ihre Herrschaft bis an’s kaspische Meer ausgedehnt, sie kamen nun mit den Persern in häufige Konflikte, welche ihrerseits, eingedenk ihrer langen Herrschaft über Georgien, beständig darnach trachteten, dieselbe zu erneuern. Ihre Ansprüche hatten sie nie aufgegeben. In dieser Lage bewarben sich die Georgier um die Freundschaft der Russen zum Schutz gegen den gemeinschaftlichen Feind. Aber die Bundesgenossenschaft des Schwächeren mit den Stärkeren hat noch allemal zur Unterjochung des ersteren geführt. Als die persische Macht in dem immerwährenden Kampfe mit Rußland sich erschöpfte, im 17. Jahrhundert, kam es schon zur gelegentlichen russischen Besatzung von georgischen Häfen der Pontusküste – und in dem Kriege des Czaren gegen die Türken, 1770, drang eine russische Armee unter General Tottleben durch Imerethien gegen Kars und Erzerum vor. Russischer Einfluß dominirte fortan im Lande. Er setzte Fürsten ein und ab, er usurpirte die Oberhoheit in staatlichen Dingen, und als im Jahre 1783 Persien von Neuem seine alten Ansprüche auf Georgien erhob, da begab sich der damalige Fürst Irakli, der den Königstitel führte, offen unter russischen Schutz und schickte der Kaiserin Katharina durch eine glänzende Gesandtschaft seinen Unterwerfungsakt nach Petersburg. Gleich darauf ließ Rußland das ganze Land besetzen. Die georgischen Fürsten waren zu russischen Lehnträgern und Vasallen ohne Regierungsgewalt herabgesunken. Der König selbst wurde Pensionär des Czars und so trägt nun Georgien, welches über 2000 Jahre, wenn auch unter manchem Wechsel, seine Unabhängigkeit behauptet und, wenn verloren, stets wieder erkämpft hatte, und dessen Fürstengeschlechter ihren Stammbaum zu der Wiegenzeit des Menschengeschlechts zurückführen, den Stempel des russischen Sklaven, wenn auch noch angethan mit dem äußeren Glanz und Pomp einer Herrschaft, die sie nicht mehr besitzen.


Das Folgende entnehme ich Herrn von Bodenstedts Erzählung in seinen kaukasischen Reisen.

Zwei Straßen führen von Süden hernach der georgischen Hauptstadt. Eine Meile nördlich von Eriwan am Abhange des fruchtbaren und schönen Goktschai-Gebirges, welches den gleichnamigen, 5000 Fuß hoch gelegenen, 9 Meilen [29] langen und halb so breiten Goktschai-See mit seinen zackigen Porphyrgipfeln umsäumt, liegt Kanakir, ein armenisches Dörfchen, von dem aus wir in das anmuthige Thal de Sanga hinabritten, um wenig östlich von dem Wege, den wir nach Etschmiadsin herabgekommen waren, durch die Hochebene von Basch-Abaran zurückzugehen. Ein anderer Weg führt über den hohen Gebirgskamm des Goktschai zum lieblichen Thale von Deliktschan, dessen freundliche Baumgruppen etwa 10 Meilen von Eriwan beginnen und zu einer wahrhaft alpenartigen Bergnatur in’s Thal der schmalen, aber reißenden und Goldsand führenden Artafa überführen, längs der man dann den Kur und an ihm aufwärts Tiflis selbst erreicht. Wir ließen diesen Weg zur Rechten, übernachteten in dem Tartarendorfe Karadschüran, und trafen auf 2 Kosakenpikets, welche bestimmt waren, den Karawanen das Geleit nach Gümri zu geben, (das jetzt unter dem Namen Alexandropol bekannter ist), und überschritten den südlichsten Kamm des Pambakgebirges auf einem kürzeren Wege, wo wir in dem Tartarendorfe Karsal vor Regen und Dunkelheit Schutz fanden. Aus der hohen und offenen Gegend, in welcher dies Dorf sich befindet, steigt man durch ein tiefes, bewaldetes Gebirgsthal bei mehr als 6000 Fuß Höhe über den Bergrücken des Besobdal zu einem höchst fruchtbaren Thale hinab, welches durch einen dritten Bergrücken, 11 Meilen von Tiflis, wieder von den baumlosen Hochebenen geschieden ist, die bis zum Kurthal sich abdachen. Wenige Meilen weiterhin in der nun schon offeneren Gegend beginnen, 7 Meilen von Tiflis, die ersten deutschen Niederlassungen der im Jahre 1819 durch Glaubensschwärmerei hierher getriebenen Würtemberger, die alle Wechselfälle des Krieges mit ertragen haben und von den räuberischen Bergbewohnern zu vielen Malen ausgeplündert wurden. Man erkennt Katharinenfeld, in einem Nebenthale des ostwärts zum Kur abfließenden seichten, aber sehr breiten Chramflusses, jenseits des kegelförmig aufsteigenden Alawerdi gelegen, alsbald an seinen weißen Häusern mit Fenstern, Thüren und Schornsteinen. Bald erreicht man auf dem Wege, der längs des herrlichen Felsthales des Chram, dessen Ufer aus löchrichter schwarzer Lava gebildet sind, hinzieht im Thale das Alghet das deutsche Elisabeththal. Es besteht aus einer Doppelreihe schöner niedlicher Häuserchen, die Fenster alle nach der Straße zu, und einer überaus freundlichen Kirche. Von da wendet sich die Straße durch eine sehr anmuthige bergige Gegend Tiflis zu, von dem Elisabeththal nur 3 Meilen entfernt ist. Zwei andere deutsche Kolonien liegen noch dicht oberhalb der Stadt am Kur, zwei andere 7 Meilen weit nach Osten zu am Fuß des Kaukasus, und noch zwei andere gegen 20 Meilen südostwärts in der Nähe von Gandscha oder Elisabethpol.

Will man von Tiflis einen vortheilhaften Gesammteindruck empfangen, so muß man einen Mergelschieferhügel am linken Ufer des Kur über dem sogenannten Sande in Neu-Tiflis ersteigen. Dort (dem Standpunkte für den Zeichner unseres Stichs) beherrscht das Auge die ganze georgische Hauptstadt mit ihren amphitheatralisch gruppirten Häusern, Festungen, Kirchen, Kapellen und Palästen, wie sie zwischen den hohen kahlen und ziemlich steilen Bergen in einem Kessel gelegen ist, der ostwärts vom reißenden trüben Strome an ziemlich schmaler [30] Stelle durchbrochen wird, im Norden aber weit geöffnet ist mit einem prächtigen Fernblick auf die hohe Alpenkette des Kaukasus, die gerade im Mittelgrunde den kameelbuckelförmigen Gipfel des Kasbek zeigt. Das Amphitheater der Häuser zieht von Nordwest nach Südost immer steiler hinauf; im Vordergrunde dehnt am linken Ufer Awlabar sich aus, eine theilweis von deutschen Handwerkern bewohnte, von Wagen, Waarenballen und Floßholz überfüllte Vorstadt; auf dem anderen Ufer erhebt sich in sanfter Steigung die alte Stadt, deren Häuser noch vielfach mit grasbewachsenen Erdterrassen eingedeckt sind, während die stattlichen Neubauten dazwischen mit grün und roth gemalten Holzdächern prangen, oder in strohgelbem Anstrich zwischen den schmutzig braunen armenischen und georgischen Häusern hervorleuchten. Vor Allem fallen die blanken einförmigen Mauern der großen Kasernen in’s Ange, daneben die im armenisch-georgischen Baustyle nicht kuppelförmig gewölbten, sondern kegelförmig zugespitzten, mit bunten Farben bemalten alten Dome, die, gleich gewaltigen massenhaften Kirchthürmen, über die niedrigen Häuser hervorragen; nicht so die Wohnung des russischen Generalgouverneurs, die an der Stelle des alten georgischen Königspalastes steht, wiewohl ihr Bewohner mit unumschränkter Gewalt über Länderstrecken von Deutschlands Größe zu sagen hat. Je höher die Häuserreihen zum Rücken des Berges hinaufziehen, um so prächtiger zeigt sich die Stadt, in welcher gerade durch diese amphitheatralische Gruppirung die Festungen, Kasernen, Kirchen, Kapellen, Bazars und Karawanserais so bedeutend gewinnen, daß ich den Anblick von Tiflis, verglichen mit Konstantinopel, Genua, Neapel, Brussa, Prag, Salzburg oder Algier, auf keine Weise in die letzte Reihe stellen würde. Denn eben der ernst-schöne Charakter seiner Felsenumgebung, die fremdartige bunte Mannigfaltigkeit seiner Bauwerke an den hohen Ufern des wilden Bergstromes und jene Mischung von Morgen- und Abendland geben ihm an großartiger Pracht noch den Vorzug vor Prag, mit dem es sonst eine gewisse Aehnlichkeit hat. Dies ist das Bild der mächtigen Stadt, von der der Siegesflug des russischen Adlers schon weit nach Süden drang; hier muß der Glanz des weißen Czaren ganz entfaltet werden, damit die Völker davon staunend wiedersagen; hier wird so manches kühne, kaukasische Fürstenherz gebändigt und zum Frieden umgestimmt, wenn es erkennt, wie doch an diesem Fels sich endlich die Wogen der größten Tapferkeit brechen müssen.

Noch bis zum Jahre 380 n. Chr. war Tiflis ein ärmliches Dorf, das seinen Namen von den heißen Quellen trug, die sich an einem kleinen Bache finden, der mitten in der heutigen Stadt dem Kur zufließt. Da aber gründete ein persischer Befehlshaber, der einige grusinische Volksstämme unterwarf, ein festes Schloß an den Bädern, und 70 Jahre später ein georgischer Fürst die eigentliche Stadt in drei Quartieren, die Schloßstadt oder Kalissi, die Bäderstadt Thilissi und die heutige Vorstadt Nissani, wohin dann 50 Jahre später, um’s Jahr 500, die Residenz der georgischen Könige selber verlegt ward. Als solche war sie in allen Wechselfällen des Schicksals und unter Timur der schrecklichsten Plünderung preisgegeben, bis endlich zuletzt noch im Jahre 1795 der Wütherich Aga-Mahomet-Khan [31] mit Persern, Kurden und Tartaren den größten Theil von ihr in einen Schutthaufen verwandelte. Schon vorher waren die Russen als bleibende Schutzherren Georgiens eingetreten. Sie bauten Tiflis schöner auf und fügten die neuen weiten Straßen den schattigen Gassen der Orientalen hinzu, so daß die Stadt nun über viertehalbtausend Häuser zählt und jetzt der Sammelplatz all’ der Völker vom Araxes bis über den Kaukasus hinaus, wie vom kaspischen und schwarzen Meere geworden ist. Die gemeinsame Sprache, durch welche alle sich verständigen, ist die tartarische, wiewohl auch russisch viel gehört wird. Zwei Reihen räucheriger Küchen sorgen für Speisung der Tausende fremdartiger Gäste, welche die hiesigen Märkte besuchen; Schneider, Schuster, Sattler, Barbiere und Waffenschmiede arbeiten theilweis in offenen Buden auf der sogenannten großen Straße; die Würtemberger bringen Gemüse und Kartoffeln, Georgier liefern Geflügel, Kaukasier Wildpret und Felle, Armenier Stoffe zu Kleidern, Tartaren die trefflichen Pferde. Vor Allem prangen die kostbaren Waffen, die für den Bergbewohner in den Buden ausgelegt sind, um allerlei seltenere Gäste aus weiter Ferne herzulocken; dann müssen die großen militärischen Schauspiele im Maimond dazu dienen, die Herrlichkeit des großen „Padischah in Petersburg“ zu veranschaulichen, und selbst der griechische Gottesdienst mit seiner überwältigenden Pracht und seinem zu Rom nicht so herrlich ausgeführten Chorgesange kann nur den gleichen Zweck erfüllen wollen. Denn von dem Christenthum des Abendlandes, zumal wie es das evangelische ist, weiß man sich hier kaum eine Vorstellung zu machen, da Niemand um das Evangelium sich kümmert, was nur des Priesters Sache ist; daher denn auch der russische Soldat so lange noch für sich den Himmel offen weiß, als er nur seine Messe nicht versäumt, die Fasten streng gehalten, das vorgeschriebene Gebet gemurmelt, gekniet und sich bekreuzigt hat. Dem mohammedanischen Gottesdienste steht diese Art und Weise näher, als man glaubt; sittliche Tüchtigkeit wird nicht begriffen, oder als Thorheit verstanden; nur Almosengeben an jedem Freitag, wo die Bettlerschaar sich durch die ganze Stadt ergießt, führt noch zum Himmel ein. Aus diesem Grunde haben die beiden Vorgänger des redlichen, aber einfachen Generalgouverneurs v. Neidhardt, Baron v. Rosen und Fürst Golowin, bei diesen Völkern mehr gewirkt, als sonst nur möglich wäre, indem sie, obschonweit unter dem großartigen Yermoloff stehend, durch die Pracht ihrer Hofhaltung des letzteren Schöpfungen wenigstens wohl zu erhalten wußten, während v. Neidhardt durch seine bescheidene Eingezogenheit und namentlich dadurch, daß er selbst die zu Ostern üblichen großen Hoffeste unterließ, den ganzen Kreis des längst an Pracht, Tanz und Lust gewöhnten Adels sich zum Feinde machte. Dies mag denn auch der Grund gewesen seyn, weshalb der greise Sardar der Kyrosstadt im Frühlinge des Jahres 1845 durch Graf Woronzow ersetzt ward, der seitdem den Fürstentitel führt. Selten, vielleicht niemehr, hat Tiflis solch einen zauberischen Glanz, solchen Zudrang von Menschen, solch eine wunderbare Pracht gesehen, als bei dem Einzuge dieses neuen Statthalters. Ein sonniger Himmel begünstigte das Fest. Alle Straßen waren mit Blumen bestreut, alle Bazars mit Teppichen ausgelegt, die Häuser aller Wohlhabenderen mit kostbaren Stoffen behangen; [32] auf den Dächern, auf den Balkons und Gallerien war Kopf an Kopf in den schönsten Gewändern; einige Springbrunnen waren mit blutrothem Weine gefüllt. Am Abend schien die Stadt zu einem Feuermeere umgewandelt zu seyn, die Berge in der Runde waren flammende Vulkane geworden, auf allen Dächern loderten Fackeln; gleich blitzenden Perlenschnüren zogen schimmernde Lampenreihen überall durch die Straßen, auf allen Plätzen brannten bengalische Feuer, und nun dazwischen die leichtfüßigen Töchter von Tiflis in luftigen Gewändern, die stattlichen Männer des Gebirges in silbernen Waffengeschmeiden, die Stämme von Kolchis, vom Ararat, Kosaken, Tartaren und Reiterschaaren, das Wirbeln der Trommeln und Hörnerklang – es konnte im Mährchen nicht schöner seyn! Aber mit dem Erlöschen dieser Flammen ging manche letzte Hoffnung auch hinüber.

Ich, der ich fern stand von solchen Hoffnungen, verlebte meine Zeit im stillen Kreise lieber Freunde, indem wir uns am Wein und an der Liebe Lied ergötzten. Manche Stunde verging uns bei’m ehrlichen Salzmann, dem allbekannten deutschen Sandwirthe von Tiflis, wo Billard gespielt und gelärmt wird von russischen Offizieren, während für deutsche Landsleute ein abgesondertes ruhiges Stübchen bereit ist. Doch ohne den theuren Champagner geht es auch dort nicht ab, nachdem der billige blutrothe Kachetiner vorangegangen ist. Wenn aber dann der sonnenhelle Mond Georgiens zur Ruhe leuchtete, und in den menschenleeren Straßen nur noch der trunkene Kosak gefunden ward, oder nur hie und da noch eine tief in die blendend weiße Tschadra (weißes Obergewand) verhüllte Georgierin an uns vorüberschwebte, oder die Töne der Balalaika (dreisaitige Guitarre) zur Schönen auf dem Dache sprachen, dann ward in anderer Art die Stadt für mich zur Feenstadt, zumal wenn dann mein morgenländischer Freund, der reichbegabte Mirza Schaffy, des Herzens innerste Gedanken sogleich in schöne Dichterblumen umzuprägen wußte.

Die „gute Gesellschaft“ von Tiflis besteht vorwiegend aus den vornehmeren Militärs und der höheren russischen Beamtenwelt, worunter eine Menge deutscher und einzelne französische und spanische Namen sich befanden; dazu kamen zahllose Prinzen und Prinzessinen aus dem alten georgischen Königshause und einzelne begüterte armenische und georgische Fürsten, deren Kleidung und Lebensweise schon mehr oder weniger einen europäischen Anstrich trug. Bei außergewöhnlichen Festlichkeiten sah man die Fürsten der Kirgisen, Truchmenen, Kabarder, Abchasen, Gurier, Tuschen, Mingrelier, Imerether und anderer Stämme, in den prachtvollsten asiatischen Gewändern und kostbaren Waffengeschmeiden; doch in den engeren Kreisen der Gesellschaft war die französische Sprache nebst schwarzem Frack oder gewöhnlicher Uniform das herrschende Element. Die große Masse der georgischen, armenischen, tartarischen und persischen Bevölkerung der Stadt war für diese Kreise gewissermaßen gar nicht da, indem man es für erniedrigend achtete, sich dem Hause einer nicht salonfähigen Familie irgendwie näher zu stellen. Die Asiaten selbst aber haben durchaus kein geselliges Leben im europäischen Sinne des Wortes, indem die Frauen für gewöhnlich ausgeschieden [33] sind, und nur bei ganz besonderen Veranlassungen, wie Kindtaufen, Hochzeiten u. dgl., finden auch eigene Frauengesellschaften Statt, die man nur draußen durch’s Fenster zu sehen Gelegenheit hat. Es sitzen mit untergeschlagenen Beinen dann 30–40 auf einem das ganze Zimmer ausmessenden Teppiche umher, meist stumm und regungslos; den Wachsfiguren gleich, bis endlich eine nach der andern den als Armband getragenen Rosenkranz löst und in Ermangelung besseren Zeitvertreibes dessen Perlen langsam die seidenen Fäden herabgleiten läßt. Eine mit Süßigkeiten jeder Art beladene Tischplatte steht in der Mitte des Kreises und fordert zu gelegentlichem Nippen auf, oder ein Mährchen ertönt aus dem Munde einer älteren Dame, dem Alle so gespannt lauschen, daß sie das Spielen mit der Tschotka oder dem Rosenkranz darüber vergessen. Dies ist’s, worauf sich Alles beschränkt; nie aber kommt eine lebendige Unterhaltung unter diesen mit kostbaren Stoffen behangenen Schönen zu Stande, die auch ein derartiges Bedürfniß durchaus nicht zu fühlen scheinen. Dagegen ist es bei den Männern im andern Zimmer um so lauter und bewegter, da dort das Trinken die Hauptsache ist, worin es dem Armenier fast Niemand gleich thun möchte. Nur wo europäische Sitte in einzelnen armenischen oder georgischen Häusern schon hie und da gemischte Gesellschaften hervorgerufen hat, sind auch die Trinkgelage mäßiger geworden, wogegen die Unterhaltung gewonnen hat. In einem solchen Hause, das zu den besten und wohnlichsten der Stadt gehörte, war mir’s vergönnt, einer vorwiegend aus Armeniern und Georgiern bestehenden Hochzeitsgesellschaft anzugehören, bei der die Frauen sämmtlich in ihrer Nationaltracht erschienen, während auch unter den Männern nur wenige schwarze Fracks und Uniformen zu sehen waren. Eine Unterhaltung mit den rings an den Wänden auf Divans herumsitzenden Frauen, mit Ausnahme einiger Jüngeren, welche, in der adeligen Pension von Tiflis erzogen, nicht allein russisch, sondern auch französisch sprechen gelernt haben, ist auch hier kaum möglich; der Tanz nimmt fast die ganze Aufmerksamkeit der Damen in Anspruch, dazu die Lieder der vier Sänger, die abwechselnd zum Ruhme des Brautpaares, des Hauses und der Gäste sich hören lassen, und unter denen ein alter Blinder als Stegreifsdichter vorzüglichen Beifall erntete. Die Herren spielen Schach oder Lotto im Nebenzimmer; die Diener tragen ausgewählte Leckereien, insonderheit Backwerk, herum, damit die Zeit vergehe bis zur zwölften Stunde. Dann geht der Zug zur Kirche bei nächtlicher Weile, wie es die Sitte will. Im altehrwürdigen Dome drängt sich nun Kopf an Kopf, das weibliche Geschlecht durch eiserne Gitter vom männlichen streng geschieden nach altem Kirchenbrauch, und es beginnt die Einsegnung zunächst des Trauringes, der unter der Aufforderung des Diakonus: „Nun lasset uns beten zu dem Herrn des Friedens“ auf einen Teller gelegt und dann vom Priester singend eingesegnet wird unter dem Schwingen des Weihrauchfasses. Lieder aus dem armenischen Gesangbuche wechseln mit Stellen der Schrift und Gebet, bis endlich die Ceremonie vollendet ist und nun der Ring der Braut gegeben wird. Dann folgt unter gleicher Weitschweifigkeit die Einsegnung „des Kleides der Krone“, das dem Bräutigam vor dem Altare angethan wird, während die Braut in einem besonderen [34] Raume, verborgen vor den Augen der Männer, sich umkleidet. Hierauf bewegt sich der Zug zum Hause zurück, wo die Hände des Paares in einander gelegt werden unter Gebet und Gesang, und jetzt erst werden die letzten Förmlichkeiten wieder in der Kirche vollzogen, indem zwei dreifädige Schnüre zum Umwinden der Kronen gedreht werden, mit denen die Brautleute gekrönt sind, welche nach Ablegung ihres Sündenbekenntnisses das heilige Kreuz küssen und endlich zum heiligen Abendmahle gehen, womit die mehrstündige Kirchenfeier schließt. Daheim aber wird noch ein gesegneter Becher mit Wein den Vermählten gespendet, dem Bräutigam ein Schwert gereicht, unter welchem die Braut hindurchschlüpfen muß in der Thüre, als Zeichen, daß sie unter seinem Schutze stehe; darnach erinnert ein Trunk süßen Wassers an die Hochzeit von Kanaan und endlich ein vom Bräutigam unter die Füße getretener Teller an unsere Sitte des Polterabends. Erst nach Durchmusterung der vielen reichen Hochzeitsgeschenke begann das eigentliche Mahl, bald aber gewann auch hier das „Allahwerdy“ und „Jachschi jot!“ („Gott hat’s gegeben!“ „Einen guten Weg gehe es!“) beim Strömen des Champagners so sehr die Oberhand, daß ich, am hellen Morgen das Haus verlassend, noch alle Räume davon wiederhallen hörte.

Der in der That großartige Luxus, welcher in Tiflis getrieben wird, ist durch die seit 1837 vom Baron Hahn entworfene Verfassung des Landes in sofern noch gesteigert worden, als dieser das unter dem unglücklichen Rosen herrschende Bestechungssystem dadurch zu unterdrücken meinte, daß den Beamten Transkaukasiens ein höheres Gehalt bewilligt werde, wie dies in sonst keinem Theile des ganzen russischen Reiches nur üblich ist. Denn bei der Unsicherheit der Stellungen, die jeden Augenblick verloren gehen können, und dem damit verbundenen großen Aufwande, der nicht davon getrennt werden konnte, ist die Bestechung geblieben und nur dem Maße der Gehaltszahlungen mehr angepaßt worden, ohne daß ein anderer Zweck, als eben die Entfaltung des blendendsten Glanzes damit erreicht worden wäre. Freilich hat man auch Schulanstalten jeder Art gegründet, um sich das Ansehen des Schutzes und der Pflege der Wissenschaften zu geben; allein so lange man Generale zu Vorgesetzten dieser Anstalten umschafft, welche der Wissenschaft selbst durchaus fern stehen und nur das Ansehen der Personen stützen können, die ihnen schmeichelnd zu gefallen wissen, kann auch allein nur Das gedeihen, was dem bekannten russischen Geiste angemessen ist, daher denn auch Männer, wie der Armenier Abowian, der sich um deutschen Unterricht zu Tiflis wie zu Eriwan so sehr verdient gemacht hat, und andere rechtliche Männer im Elende ihrer Stellungen sehr bald zu Grunde gehen mußten. – In gleicher Weise aber steht’s oft mit den Richtersprüchen, die außerdem schon nach den alljährlich eintreffenden kaiserlichen Ukasen einem ewigen Wechsel unterworfen sind; daher sich jeder je nach Verhältnissen kurz faßt, um der Mühe überhoben zu seyn, das noch bestehende Recht von der hinzugetretenen Ausnahme zu unterscheiden, so daß auch hier die Goldstücke am meisten in Erwägung fallen.

Das ganze Transkaukasien, welches in zwei ungleich große Unterstatthalterschaften zerfällt, eine östliche [35] am kaspischen Meere, bestehend aus den vorherrschend mohammedanischen Provinzen Karabagh, Talysch, Schirwan, Baku, Derbend und Scheki, und eine westliche vom Ararat bis zum schwarzen Meere, wird, wie auch Ciskaukasien, allein von Tiflis aus beherrscht, von wo drei durchaus fahrbare gute Straßen, nordwärts durch’s Gebirge, westlich längs des Rion zum schwarzen Meere und nach Südost im Thale des Kur zum kaspischen Meere führen. Dazu nun gerechnet die Straße nach Eriwan und man begreift, wie Fürst Woronzow, die Wichtigkeit der Lage von Tiflis erkennend, bis in die neueste Zeit fortwährend neue Garten- und Parkanlagen, ganz neue Stadttheile, Brücken, Bäder, Theater und Prachtbauten jeder Art im Sinne des Kaisers hervorrufen konnte, um durch die Kraft des Mörtels zu verbinden, was noch durch’s Schwert so tief zerspalten lag. Wem diese Hauptstadt einst gehören wird, vermag kein Sterblicher zu sagen; doch gibt es nicht ein Ohr im fernsten Kaukasus, das nicht spähend jeder Kunde von Tiflis lauscht.