Dresdner Rats-Sitzungsprotokolle aus den Jahren 1527–1532
| ← Schlesische Landwehr vor Dresden 1813 | Dresdner Rats-Sitzungsprotokolle aus den Jahren 1527–1532 (1911) von Otto Richter Erschienen in: Dresdner Geschichtsblätter Band 5 (1909 bis 1912) |
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Unsre mittelalterlichen Vorfahren, auch die regierenden Männer, waren keine Freunde von vielem Schreibwerk. Was bei unsrer Stadtverwaltung im ersten Jahrhundert ihres Bestehens an Schriftstücken vorhanden war, beschränkte sich auf eine kleine Zahl von Pergamenturkunden über die wichtigsten Rechts- und Besitzverhältnisse. Seit dem letzten Viertel des 14. Jahrhunderts traten Stadtrechnungen und Steuerlisten hinzu. Die immer mehr sich geltend machende Notwendigkeit, über die vor dem Rate abgeschlossenen privaten Rechtsgeschäfte urkundliche Nachweise zu besitzen, führte dann zur Anlegung der Stadtbücher, in denen namentlich Verkäufe und Verpfändungen von Grundstücken, Schuldbekenntnisse, Testamente, Erbteilungen, Schenkungen und Verträge verlautbart, zugleich aber auch einzelne wichtige Ratsbeschlüsse, namentlich solche mit statutarischer Geltung, eingetragen wurden. Derartige Stadtbücher, die vornehmsten, aber keineswegs umfangreichen Bestandteile des alten städtischen Kanzleiwesens, gibt es in Dresden seit 1404.
Systematische Aufzeichnungen über seine Verhandlungen und Beschlüsse ließ der Rat im Mittelalter nicht machen. Da er seit 1470 aus drei, seit 1517 aus zwei Abteilungen bestand, die einander jährlich in der Regierung ablösten, so war er hinsichtlich der Beschlüsse des Vorjahres auf das gute Gedächtnis der drei Mitglieder angewiesen, die jedesmal aus dem alten in den neuen Rat mit übertraten. Mit der Vermehrung der Geschäfte machte sich aber allmählich doch das Bedürfnis nach schriftlicher Aufzeichnung der Ratsbeschlüsse geltend. Man beschloß daher am 23. März 1487, künftig wenigstens die Beschlüsse aus den Sitzungen der vereinigten drei Räte niederschreiben zu lassen[1], denn gerade in diesen erfolgten alle wichtigen statutarischen Festsetzungen. Daraufhin sind auch derartige Gesamtratsbeschlüsse aus dem Jahre 1487 zahlreich verzeichnet worden[2], und zwar in einem Pergamentbande, der in der Hauptsache eine Sammlung von Abschriften der städtischen Privilegienurkunden enthält (Ratsarchiv A. I. 18 e/.). Aber schon im nächsten Jahre hören diese Aufzeichnungen im Privilegienbuche wieder auf.
So behalf man sich wiederum und noch auf lange Zeit hinaus ohne schriftliche Festlegung der Ratsbeschlüsse. Auch mit der Landesregierung verkehrte der Rat in der Hauptsache mündlich, und nur der häufigen Abwesenheit des Landesherrn von seiner Residenzstadt verdanken wir es, daß wir über manche Vorgänge der Regierung und Verwaltung briefliche Nachrichten in den Archiven besitzen. War der Herzog in Dresden anwesend, so beschied er entweder den Bürgermeister zu Verhandlungen zu sich ins Schloß oder schickte seinen Kanzler dazu aufs Rathaus. So kommt es, daß selbst über so wichtige Angelegenheiten, wie die neue Ratsordnung von 1517 und die Einführung der Reformation 1539, keine Zeile Geschriebenes im Ratsarchive zu finden ist. Die alte Abneigung der Bürger gegen das [158] Schreibwesen wurde nicht eher überwunden, als bis mit dem Eindringen des römischen Rechts die berufsmäßigen Juristen die Leitung der Geschäfte an sich zogen und mit der Vermehrung der Schulen seit der Reformation die Kunst des Schreibens im Volke weitere Verbreitung erlangte.
Nach unsrer bisherigen Kenntnis schienen die Protokolle über die gewöhnlichen Ratssitzungen erst mit dem Amtsantritt des Oberstadtschreibers Jobst Kettwig im Jahre 1543 zu beginnen. Wie sich aber herausstellt, hat bereits Dr. Martin Heusler, der von 1526 bis 1543 Oberstadtschreiber, seit 1539 zugleich Ratsherr und 1554 regierender Bürgermeister war und am 14. Mai 1555 starb, regelrechte Protokolle über alle Ratssitzungen geführt. Sie sind erhalten für die Jahre 1527 bis 1532 in einem starken Schweinslederbande, betitelt
- Doktor Martin Heuslers, Mag. Christoff Hennigs vnd Michell Weysens aller drey Ober Stadtschreiber Memorial vnd Copial Vom 1529. bis auffs 62. Jahr.
Dieser Band wurde kürzlich im Archiv des Königl. Amtsgerichts, wohin er bei der Abtretung der städtischen Gerichtsbarkeit an den Staat irrtümlich gelangt war, ermittelt und vom Königl. Amtsgericht an das Ratsarchiv zurückgegeben (jetzt A. IX. 19 f/.). Die Heuslerschen Protokolle tragen von der Hand seines zweiten Nachfolgers Hennig die (hinsichtlich der Jahreszahl falsche) Aufschrift:
- Memorialbuch welchs der Lic. Heusler weill er Stadtschr. gewest gehallten 1529 angefangen.
Es sind 34 beschriebene Folioblätter, die anfangs wohl lose aufbewahrt und erst nach 1562, zum Teil in verkehrter Ordnung, eingeheftet wurden. Ein Teil der Protokolle war jedenfalls schon damals verloren gegangen, denn es ist anzunehmen, daß Heusler sie während der ganzen Dauer seines Dienstes von 1526 bis 1543 geführt hat, wenigstens deuten die 1527 wiederholt vorkommenden Verweisungen auf Niederschriften im „Memorial“ darauf hin, daß ein solches schon vorher vorhanden war. Die Protokolle sind vom Stadtschreiber nicht während der Sitzungen selbst, sondern, wie manche Unregelmäßigkeiten in der Zeitfolge beweisen, nachträglich abgefaßt worden, aber nicht als seine Privatarbeit, sondern im amtlichen Auftrage, denn mehrmals findet sich die Bemerkung, daß der Rat oder der Bürgermeister befohlen habe, die Sache einzuschreiben. Die Sitzungen wurden in der Regel Mittwochs und Freitags abgehalten; es finden sich aber bisweilen wochen-, ja monatelange Unterbrechungen, weil entweder der Rat Ferien hielt oder, was wohl öfter, z. B. während der Landtage, der Fall war, der Stadtschreiber abwesend war und ein andrer ihn in der Protokollführung nicht vertrat.
Die in den Protokollen niedergelegten Beschlüsse, denen meist eine kurze Begründung beigefügt ist, betreffen vorwiegend die in jener Zeit sehr tief eingreifende Polizeigewalt des Rates, namentlich die Gewerbe- und die Sittenpolizei, daneben Verwaltungsangelegenheiten aller Art, wie Ernennung von Beamten, Erteilung und Entziehung des Bürgerrechts, Einschätzung zum Geschoß, Unterhaltung städtischer Baulichkeiten u. a. m. Die Rechtspflege lag nicht dem Rate insgesamt, sondern den aus seiner Mitte gewählten Schöffen mit dem Richter ob, aber schwerere Kriminalfälle, namentlich solche, bei denen die Verhaftung eines Bürgers nötig war, wurden vom Richter doch dem Rate zur Entscheidung vorgelegt. Ebenso kamen zahlreiche privatrechtliche Angelegenheiten, wie Erbstreitigkeiten, Schuldsachen, Beleidigungsklagen u. a. dann vor den Rat, wenn die Parteien vor Gericht sich dahin geeinigt hatten, ihn als Schiedsrichter anzurufen. So nehmen auch rechtliche Angelegenheiten in den Ratsprotokollen einen breiten Raum ein.
Der sachliche Wert der Niederschriften beruht vor allem darin, daß sie die Anschauungen jener entwicklungsreichen Zeit auf den verschiedensten Gebieten des bürgerlichen Lebens widerspiegeln und daß sie ein bis ins kleinste ausgeführtes Bild von der Tätigkeit der damaligen Stadtobrigkeit liefern. Es kann nicht fehlen, daß dabei auch die innere Geschichte unserer Stadt durch manche bemerkenswerte Einzelheit bereichert wird.
Im folgenden Abdruck der Handschrift ist die alte Schreibweise, die in vielen Stücken der volkstümlichen Mundart entspricht, beibehalten, nur der Gebrauch von i und j, u, v und w ist der leichteren Lesbarkeit halber in neuzeitlicher Weise geregelt. Für das Verständnis vieler Worte ist es wesentlich, zu wissen, daß die Vorsilbe ver- gewöhnlich vor- lautet. Worterklärungen und Datumauflösungen sind in Klammern dem Texte eingefügt.
Freitag post Alexii (19. VII). Kunig der jarkoch in gehorsam (Gefängnis) genohmen, darumb das er des raths bevelh uberschriten.
Jacoff Weise. Den schmieden zur antwurt gegeben, inmassen an der jungst mittwoch auch geschehen, das sy sullen enheim gehen und irer arbeit warten. Eyn rath sey unbedacht, Jacoff Weisen nach zur zeit heraus zu geben, sunder sy mugen uff kunfftige wochen wider anregen. Ist umb eyn ehbruch, domit er abermals begriffen offentlich, eingenohmen etc. – Der rath hat beschlossen, dyse sache an U. g. H. (Unsern gnädigen Herrn: den Herzog) zu gelangen lassen und sich aldo, wes man sich halden, zu befragen etc.
[159] Maths Poppe. Der alde Jobstel und Jobst Kothwich sint aber erschynen. Ist ine zur antwurth gegeben, das dem rathe fast beschwerlich, eynen ungehorsamen so bald wider auffzunhemen, doch in ansehung irer bitt wol ein rath gedult tragen und Poppen vorgessenheit uff 5 silbern ß (Schock Groschen) zu vorbussen gelassen. Wan dy geleget, solle er wider zu gnaden komen. – Nach gehaltenem gesprech uff gedachter vorbitt ists im (ihm) gelassen uff 2 ß, Michaelis eyns und weyhnachten das ander, dorvor der alde Jostel burge und Kotwig. Dorneben angezeigt, im Matz Poppen sein ungehorsam und allenthalben dy straff etc. und wirt er wider komen, sol ime eyn straff widerfaren, der er sich nicht vorsehen, und sall es den viermeistern (Obermeistern der Tuchmacher) abebitten. Wirt des handtwergs straffe ins raths straffe gezogen, dyweil dy viermeister dem rathe zugethan und an des raths stadt vorschimpffet. – Ist geschehen, hats ine den viermeistern als Gorg Graupitzen und den andern umb gots willen abgebethen. Dy viermeister sollen ine halden als eynen meister und allenthalben ime pflegen, was eynem andern, des gleichen soll er auch thun etc. Domit alle sachen und irrung uffgehaben.
Michel Uel. Sonabent darnach (20. VII) hat Michel Uel[3] dem burgermeister von des raths wegen angeglobt, an keynem werckeltage zum bier zu gehen, darumb das er den achtbarn hern licentiaten Emser[4] mit worten in trunckenheit beschwert etc.
Der alden Nabelin erben. Freitag nach vincula Petri (2. VIII) ist der burgermeister Byner sampt Franz Schmeissern entwichen (hinausgegangen) und uff Mistbachs sampt der andern erben der alde Nabelin anregen beschlossen, dyweil der burgermeister nach (noch) etlich gelt innehat, so im dy alde Nabelin bey gutten treuen, arme leuthen auszuspenden bevolhen, und sulch gelt dy freundschafft der Nabelin als ir nehsten erben gefordert, welchs doch der burgermeister sunder weysung eyns erbarn raths ader M. g. H. (Meines gnädigen Herrn) ine zu reichen nicht gesonnen, weil er dasselbig in seinen gewissen nicht zu vorantworten, das, wo sye beider seits sich zu vortragen unmugend (unvermögend), der falh nach notturfft aufgezeichent und zu vorsprechen (zum Urteilsprechen) gegen Leiptzk solle vorchickt werden, domit unkost und ferner muhe abgeschnitten. Doruff der schwarze magister von wegen der von Torgaw und anderer freuntschafft geantwurt, er wolle sulchs denselbigen zu Torgaw schreiben, auch ferner mit der freuntschafft underreden etc. und wider dem rathe ein antwurth geben etc.
(Nachschrift:) Dise sache ist dornstags noch Felicis anno im 28. (15. I. 1528) vor U. g. H. rethe vortragen (verglichen), also das burgermeister Byner den erben von dem bescheiden gelde 40 fl. (Gulden) zu seiner gelegenheit reichen sall, doch das sy allesampt wie geburlich vorzicht thun.
Vigilia Laurentii (9. VIII) hat der rath Kunigen dem jarkoch angezeigt, ut supra freitag post visitationis (3. VII) im memorial, nemlich das eyner so vil als der ander soll schlachten. In bencken mag jeder noch seinem gefallen sich erhollen, sunst ane das.
Eodem die ist her Gregor pfarrer zu Leuben mit dem pauer Gotze gnant, der noch (nach) ime mit eynem kenchen (Kännchen) geworffen, vortragen, sollen beider seits fridlich gegen einander halten und nicht bruchig werden etc. Ist dem burgermeister angeglobet, sal der pauer den gerichten zu abtrag 1 ß (Schock Groschen) geben.
Magister Romelts schulde sollen beruhen bis uff Michaelis und alsdan wo Cristman wirt gelt einlegen, wie er zugesagt.
Item ist beschlossen, das man zwue rehmen (zwei Tuchrahmen) zu den andern dreien im quinger (Zwinger) bauen sal.
Vigilia assumptionis (14. VIII) ist des kuchenmeisters hausknecht gefengklich angenohmen, darumb das er Thomas von der Heyden mit blosem wehr uberlauffen, mit zusage, das derselbige hausknecht uff Thomas von der Heyden ansuchen uff gleich und recht solle behalden werden etc.
Wildebald Seler eyn zigelstreichergesell ist außgelassen, vide im memorial.
Den zweien jarkochen ist urlaub gegeben, dyweil keine eynigkeit noch freuntschafft, sunder ewiger zanck und hader etc. zwuschen ine vormarckt etc. Uff Michaelis wirt eyn rath uff andere gedencken, auch soll gleichwol eyner nicht meher dan der ander schlachten schweinen fleisch. (Nachschrift:) Hans Kunigen wider zugesagt den wintter mittwoch post crucis (18. IX).
Sauppe sal dem richter 16 gr. geben, darumb das er in Fabian Fladen hauße mit worten gefrevelt und sunderlich got gelestert. Dovor ist Paul Kolig burge.
Margkmeister und bote. Mittwoch noch Sebaldi (21. VIII) ist im rathe beschlossen, das dem martmeister vorthin dy 2 gr., so dem boten gegeben zu seinen 8 gr., dy man im wochlich gibet, sollen zukomen, domit er sich der statlicher zu erhalten, und ferner nichts auffm [160] margkt auffheben, sunder dyselbige gerechtigkeit uffm margkt sal dem boten bleiben, wi zuvor gewest, auff das sich nymand zu beclagen, der margkmeister wolle sich zun leuthen nottigen, und sollen beide der margkmeister und bote vleissig achtung zu haben eyn iglicher, was im zustendig. Ist in angesagt vigilia Bartholomei (23. VIII).
Eodem die ist durch den burgermeister von des raths wegen eyn hulffstag wider Hans Hornig angestelt, wo er dy leuthe nicht bezalt als morgen uber acht tage etc.
Volgendes tags sint bede rethe vorsammelt gewest, ist geratschlaget erstlich von dem weinschencken, ab dy cleinen handtwerge auch wein zu schencken sollen macht haben. Daruff beschlossen, das alle handtwergker sollen wein schencken wie vor alders, domit der wein, weil alhir ein weinwachs got lob, wi sunst ander stete mit anderem begnadet, hirin in der stadt bleiben und nicht in frembde stete gefurt moge werden. (Diese Begründung des Beschlusses ist durchgestrichen und dafür an den Rand geschrieben: domit eynigkeit und gehorsam zu erhalten, widerwill, gezencke vormieden werden.) Doch das es zuvor U. g. H. angezeigt und allenthalben, was uff beiden seiten zu bewegen, noch notturfft werde angezeigt.
Zum andern des maltzes und gersten halben beschlossen, das der burgermeister mit dem landvoigt wolle reden zu vorschaffen bey den von Pirne, das dy gerste nicht hocher itzmals den umb 8 gr. und das maltz 2 gr. meher solle vorkaufft werden.
Den nackbarn bey Fabian Fladen herfur ist bevolhn, dy atzocht (aizucht, Schleuse) in acht tagen zu reynigen, und an welchem der fehl befunden wirt ader prophet (Privet) ader schweinstall doruff bauen, der sall ins raths gehorsam und buß fallen etc. actum vigilia Bartholomei (23. VIII).
Bornmeyster im Loche. Mitwoch nach Bartholomei (28. VIII) sint Nickel Nahel und der schwartzferber im Loche zu bornmeistern vorordent.
Mats Poppe hat eyn supplicacion an rath uber dy viermeister der tuchmacher geantwortet, haben dy tuchmacher bedencken uffn nehsten freitag zu anthworten und Poppen mitler zeit sein handtwerg widder gegeben.
Frantz Schmeisser und Melcher Gerber vortragen, das Schmeisser dy sieben fuder mist, so er hat lassen wegk fuhren, sampt dem achten fuder, so geladen, sal behalden und sich darumb mit Clotzschen vortragen, welcher ferner mit Melcher Gerbern, von dem er stroe daran genohmen, wol wirt wissen sich zu halten. Den hinderstelligen sal Melcher Gerber behalten, nach seynem gefallen domit zu gebaren, und sollen beide wi zuvor gutte freunde und schweger sein, eyner dem andern was lieb und freuntschafft erzeigen, zuvor weil sy beide des raths und derwegen nicht wol anstehen wurd, sich mit einander zancken und uneynigen.
Lorentz Graeln hat der burgermeister von wegen des raths angesagt, das er zwuschen hir und Michaelis seyn hauß betzihen ader vorkauffen sall. Ist ime in sitzendem rathe freitag post Egidii (6. IX) auch gesagt.
Steurmeister. Freitag post Augustini (30. VIII) Christoff Thormitz ist auffgenohmen zum steurmeister (Steuermann des Ratsschiffes) in ansehung, das er besessen (ansässig), in seinem thuen vleyssig und sunderlich das er bekant und lange zeit uff der Elbe gefarn, das also zu vorhoffen, er solle zutreglicher und dem rathe nutzbar sein.
Dy hausgenossen sollen dy Katzbach helffen reumen nach alder gewonheit. Welcher es nicht vormag, soll nach seinem vormogen uffs baumeisters erkentnus gelt geben.
Schuster. Gorg Symon hat sich beclagt, nachdem ine dy viermeister der schuster zum schuschauer gekorn, wy ubelich, das er mit unnutzen worten beschwert und vorcleinet, inmassen Jentzsch sein mitgesell im angezeigt. Derwegen gebeten, gonstige einsehung zu thun etc. Doruff der rath beschlossen, das er wie geschehen hinfurder dy schue besichtigen mit vleys solle unangesehen ir keins einrede, solle auch dermassen dem gantzen handtwerge in beysein ires herren, so vom rathe zugegeben, angezeigt werden.
Tuchmacher Matz Poppe. Dy viermeister der tuchmacher des itzigen und vorgangen jars haben ir anthwurt auff Poppen supplicacion gethan, erstlich das Poppe mit unwarheit den rath berichtet, indem das er anzeigt, es solle ein nauickeit (Neuigkeit) sein, das dyjenigen, so warff zu spinnen außtragen, sollen darumb gestrafft werden, so es doch vor 18, 20, 30 jarn gehalden, gewilliget durch U. g. H. rethe, desgleichen vom erbarn rathe vor guth gantzer stadt, arm und reich zutreglich angesehen nachgelassen etc. Und nach vilfeltigem handel (Verhandlung) hat eyn rath beschlossen und zur antwurth gegeben, eyn rath wisse sich zum teyl zu erinnern, das vorgangen jharn, inmassen durch U. g. H. rethe beschehen, dem handtwerge nachgelassen, dise und andere stucke, so dem handtwerge und gemeyner stad zu nutz und gedeien reichen, zu machen, auffzurichten, dy ubertreter zu straffen etc. Derhalb seh es eyn rath nach vor guth an, das uber disem mit ernst gehalden werde, derwegen auch eyn rath sulche in ir confirmation zu setzen geneigt, und was dem handtwerge arm und reich nutzlich und fromlich zu sein befunden und durch dy viermeister desgleichen vom gantzen handtwerge bewilliget wurde, soll vorher des raths daruber gehalten und geschutzt werden. Und dyweil Maths Poppe in disem stucke offtmals bruchig befunden, welchs er zuvor hat helffen bewilligen, und dyjenigen, so es uberschritten, [161] straffen, sall er seiner vorgessenheit entgelden und dem handtwerge geburliche straff geben und hinforder darauff sehen, das er sich nach seinen viermeistern und handtwerge richte, keine nauickeit noch widderstandt zu thun understehe etc.
Sabatho post Augustini (31. VIII) seint meister Joachim eynem korschner von Meissen etliche stuck, dy im eyn frey weib gestolen, widdergegeben, als nemlichen 1 gros gelhaytstheinen pater noster mit silbern scheydt steynen (?), 1 roth atlas halßkoller mit marder gefüttert, 1 beuttel, 1 scheide mit messern, 2 silberne fingerlen, 1 par silberne hefftlen, 1 gemeiner gurtel, 1 schlor.
Eodem die nach 12 hor hat der rath der fleischhauer gewichte und wagen besichtiget und gewegen. Sint alle rechtschaffen befunden bis uff Michel und Hieronymum dy Merbitze, haben eyn wenig zu leichte mit des raths zeichen gewichte gehabt.
Platzbecker. Dinstag post Egidii (3. IX) sint beide rethe vorsammelt gewest und beschlossen, das den platzbeckern allein eyn tag ader zwene uffs meiste nemlich montag und freitag feiler kauff solle gestattet werden, doch mitler zeit mit den becken zu reden uff ir manchfeltig anregen und bitlich ersuchen, das sy sich mit vorrath und aller notturfft zum backen schicken, und dyweil durch dy platzbecker allzeit der kornkauff und ander getrede gesteigert und ine zu merglichem appruch gereichend, auch dadurch dy gantze stadt mit brote vorseumet, das sy dy becken sulchem zuvorkommen und dy stadt mit backen noch noddurfft vorsehen werden, und wan dy becken also geschickt, wil sich der rath auch der gepur (Gebühr) halden etc.
2. Greben reynigen, wege bessern. Item das all dyjhenigen, so ecker an wegen und greben haben, sollen dy grebin helffen reynigen und auffs nau auswerffen, domit dy wege gebessert.
3. Preßnitz (Briesnitz). Item U. g. H. anzulangen, das S. f. G. (Seine fürstlichen Gnaden) gemeyne stadt bey der landsordenung handthaben und schutzen und also zu Preßnitz das frembde byerschencken abschaffen.
4. Stadtfluhr. Item mit dem schosser zu reden, das der stadt fluhr reynstein beritten, bepflockt und besichtiget werden, das also dy paur der burger gutter nicht betreiben noch mist aus der stadt fuhren sollen. (Nachschrift:) Ist geschehen. Der schosser hat sich aller billichkeit erboten und sunderlich zugesagt, keynem pauer ecker vor der stadt und von ime zu lehen rurend in dy lehen zu geben.
5. Pauersheuser. Item das all dyjhenigen, so von den dorffern und ausserhalb der stadt heußer in der stadt haben, als Lorentz Grael, Merten Peterman und Fickeler, sollen sich burgerliche hendel enthalden zu treiben ader ire heuser bezihen.
6. Hausgnossen. Item bey U. g. H. auszubringen, S. f. G. gnediglich zu gestatten, das all heuser, so ausserhalb der stadt gepauet, do zuvor keyne feurstadt gewest, sy sein den pristern mit lehen zugethan ader nicht, mogen bezeichent und zimliche zinse daruff gesetzt werden, uff das weil si des margkts in der stadt gebrauchen, das sy auch dem rathe etwas darumb pflegen, und forder nicht nachlassen, naue gepeude hinaus ane wissen, willen und ansuchen des raths etc. Desgleichen auch bey den hausknossen und andern zu besichtigen, wyvil sy sihe und ap sie ecker ader gerte zu underhaldung des fihes haben; wo nicht, ine zu bevehlen, das vihe in gereumer zeit zu vorkauffen, das also eyn rath mag wissen, wer und wyvil hausknossen vorhanden.
Dy Hennigen und Lucas Fischer von Bautzen. Mitwoch nach Egidii (4. IX) baccalaureus Fleischer in anwaltschafft Lucas Fischers von Budissin hat hulffe (Zwangsverkauf) zum hause der magister Hennicken vor 107 fl., so gedachter Lucas Fischer irem herrn seligen geligen, begert etc. Daruff nach handelung zur antwurt gegeben und umb gedult angelanget, wan das hauß vorkaufft, welchs auffs erste zu beschehen bevolhn und vorordent und dy 250 fl. zinse desgleichen der thumprobst zu Meissen entricht werden, soll Lucas Fischer vor allen gleubigern den vorzog und erstigkeit vor sein gelt an bezalung des hauses haben etc.
Meltzer. Freytag post Egidii (6. IX) etliche von meltzern im rathe erschynen und etlicher beschwerung, bsondern das sy entzlen maltzerknecht zu halten nicht vormogen etc. Geantwortet, das sie sich nach vorm jar auffgerichter ordenung des raths von U. g. H. angenohmen etc. richten und halten. Eyn rath, so itzunder sitzt, wisse es nicht zu andern, sunderlich das man sich des feurs halben besorget, so eyn meltzer zweyer heusern solte pflegen und mit eynem gnug zu schaffen etc.
Dy Egerin angezeigt, in kurtzen ghen Oedern (Öderan) zu zihen, austendige schuld einzumhanen und den rath zu bezalen.
Mitwoch post crucis (18. IX) Hans Kunig hat wider umb dy jarkuche den wintter uber gebeten. Ist ime nachgelassen.
Triblern ist dy kuche auch widder zugesagt dergestalt vigilia Mathei (20. IX).
Freitag post Galli (18. X) ist geratschlaget von wegen Caspars des gerichtsdyner seines frevels halben, der er ins richters hauße begonnst (begangen), unnd beschlossen, man wolle sich des rechten bey den von Leiptzk belernen etc.
Hans Hering. Mitwoch post Simonis et Judä (30. X) beschlossen, das Hansen Heringen sein burgerrecht, inmassen Mats Poppen und andern gescheen, wegen seins ungehorsams werde uffgesagt, sein wohnung anderswo zu vorsehen etc.
[162] Stamern Nickel. Stamern Nickel wider zum brauer auffgenohmen, doch also, das er alle wochen 10 gr. beym pfanhern eynlegen sall, domit seyn schulde bezalt werden.
Sabatho post omnium sanctorum (9. XI) dem haußman (Kreuzturmwächter) urlob gegeben, ab her nachmals vleyssiger wurd sein, doch mit vorbehalt.
Hans Heringen sein burgerrecht uffgesagt ut supra, darumb das er nicht in gehorsam gegangen uff bevelh des raths, so er doch den knechten bey treuen und eren und verlihrung des handtwergs angeglobet, irem bevelich sich zu halden etc.
Ficklern und Peterman angezeiget, etwan ire heußer zu bezihen ader dy burgerliche nahrung zu vorlassen.
Meister Caspar der moller. Sabatho noch Leonhardi (9. XI) ist in sitzendem rathe beschlossen, das der moller meister Caspar sol angenohmen werden also, das er allzeit dis jar uber uff Martini anzufangen dy dritte metze von allem getrede und maltz und der rathe zwue haben soll. Der rath sall wagen und pferde schicken, alle noddurff dazu vorschaffen, dagegen der moller eyn fuhrknecht halden mit essen und trinken vorsorgen, dem der rathe lohnen wirt.
Her Wentzel Kuhemoller. Mitwoch noch Martini (13. XI) ist von des raths wegen her Wentzel Kuhmollern altaristen gesagt, weil bey ime vorgangen tag am abend in seiner feurmaur feur auskomen und nicht gemeldet, derwegen er dem rathe ein silbern schock zu geben pflichtig und bußfellig wurden. Wil eyn rath sulch schock doch uff ferner bedencken uff sein entschuldigung und bitt itzmals bey sich halden, mit anzeigung, das er ferner vleyssiger in seim hauße auffsehen und sich boser ader vordechtiger personen enthalden wolle, domit von seinetwegen keine vorwarlosung ader schaden entstehen und seiner person unvordechtig und unbeschulden bleiben mogen.
Dornstag post Martini (14. XI) sind bede rethe vorsamlet und erstlich von wegen burgermeister Naumans uff anregen des cantzlers, das man ime etlich gelt des sindicats halben zu geben gehandelt etc. Zum andern der zinse halben, so uff den vorbauten und auserkaufften gerten stehen etc.
Valten Schmieds erben schulden. Freitag post Martini (15. XI) Jacoff von Schonbergs son von wegen der Schmide, seiner armer leuthen (bäuerlichen Untertanen), ist mit der nachgelassen witwen Valten Schmids aller ansprach vortragen, also das dy frau iren schwegern den Schmiden uff nehstkunfftig Walpurgen 8 fl. und uff weyhenachten uber eyn jar auch 8 fl. geben sall etc.
Brauer. Mitwoch noch Elisabeth (20. XI) Paul Frantz zum brauer angenohmen an Mittiches stad etc. Juravit more solito.
Zschutzschkewitz brauhauß. Sonabent noch Elisabeth (23. XI) ist in sitzendem rathe berathschlaget, dyweil sich der kretschmar zu Zschutzschkewitz eyn brauhauß zu bauen, auch eyn malh gebrauen und also eyner nauigkeit underfangen, derwegen der rath von Meissen umb beystand und hulffe, sulch beginnen beiden steten zu nachteil vorgenohmen, den rath alhir angelanget, das man den schosser ansuchen, zum gebrauen byer eynen kommer (Wegnahme) gestaten und gescheen lassen, wir darneben dem kretzschmar vorbitten, sich dis gebrauen byers zu schencken enthalten bis zu außtrag der sachen etc. Ist gescheen.
Vigilia Barbarä (3. XII) Nickel Reichel von Aldendresden und die lange Lorentzen sint mit zu kurtzen elen (Ellen) begriffen. Ist in dismalh nachgelassen, doch mit anzegung, wan sye wider betroffen, sie mit straff des rechten vorzunehmen etc.
Hans Hering. Vigilia Nicolai (5. XII) Hans Hering ist wieder ausm gehorsam gelassen, dorein er genommen, das er dem richter und rathe zum offtern, wan man noch im geschickt der schulde halben, ungehorsam aussenbliben, mit anzegung, nochdem im zuvor sein burgerrecht auffgesagt und er sich doch nicht dornach gehalten, das er zwuschen hir und fastnacht vorkeuffen sal etc.
Sonnabent post Nicolai (7. XII) Frantz Schutzen gegen Ranischen uber 1/2 byer itzunt zugegeben von wegen seiner kranckheit, doch hinforder, weil er nicht bauet, sol er nicht meher dann 1/2 byer zu brauen recht haben.
Dy Egerin. Vigilia nativitatis domini (24. XII) der Egerin angezeigt, das eyn rath wil bezalt sein, derhalben moge sie sich also schicken, auff das sie nicht ferner anzulangen.
Hans Hammer zum molhherrn (Mühlherrn) vorordent, in der molh zuzusehen.
Christoff Kromerin gesagt, der Wentzel Kromerin kein gelt zu geben etc.
Balbyrer. Vigilia circumcisionis domini (31. XII) sint alle meister des balbirhandtwergs in sitzendem rathe erschynen und ist ine aus bevelh des rathes bey eyds pflichten angezeigt, das sy keinen vorwundten binden (verbinden) sollen, der richter ader scheppen haben dann wissen darumb ader den vorwuntten besichtiget etc.
Mitwoch nach epiphaniä (7. I). Der alden Lawen tochter von S. Annanbergk spricht, sy sey Burckart Botnern und den andern nichts schuldig, sondern haben sy irem manne ichtwas geborget, sollen sy inen manen, und sonderlich weil dis gelt von irer mutter erbfalh ir zustendig, dovon si nicht pflichtig, des mannes schulden [163] zu bezalen, und hat sich also exceptione Vellejani[5] geschutzt. Ist daruff beschied gegeben, eyn radt wisse dy fraue ferner doruber nicht zu weißen, sunder dy gleubiger mogen sich des rechten halden etc.
Thomas Frost, Valten Wayner. Mitwoch noch Felicis (15. I). Thomas Frost beclaget sich uber Valten Wayner, das er im sein zedel, doruff dy rechnung zwuschen inen beiden gestanden, unfuglicher weis zurissen (zerrissen) und mit füssen getreten habe. Doruff Valten Wayner des nicht gestendig zu sein geantwort und gesaget, er habe im eyn hantschrifft zurissen, doruff er im zu viel geschriben etc. Hat der rath doruff erkant und eyn tag gestellet, sich mit eynander zu berechen, wi sie sich beruffen, und mitler zeit sich eyner gegen dem andern fridlich zu halden bey des raths gehorsam, und wan dy rechnung bescheen, sich freuntlich vortragen auch ab irrung entstehen wurde, dyselbige an rath gelangen zu lassen etc.
Der Christman hauß. Dem steinmetzen, so der Christmanin haus gekaufft, von des raths wegen bevolhen, kein gelt auszugeben, sunder wan dy tagezeit kommet, in dy gerichte zu legen, bis dy irrung zwuschen bemelter Christmanin mit irem ehemanne vortragen. Actum ut supra.
Freitag post Felicis (17. I) Jacoff Weyßen von des raths wegen und U. g. H. sein straffe zu geben angesagt.
Messerschmids ehbruch. Der messerschmied, so dy Merten Messerschmieden geelichet in der kleinen Brudergassen neben Schonhansen wonhafftig, ist wider gefengklich eyngenohmen des ehbruchs halben, so er mit eyner dirnen begunst (begangen), weil er nicht hat am gelde zu bezalen etc., das er am leibe pusse (büße), was im seins armuts halben und das man besorgt, er mocht dem weibe und kleinen kindern entlauffen, zu 2 ß gelassen.
Niderlage. Eodem die ist dem alden Jobstel und Gansaugen angezeigt, das sy dy niderlage nicht vor den thoern (Toren), sunder uffm margkte halden sollen. Haben sich beclaget, das dy knechte dy niderlage nicht reyn halden. Ists den knechten mit ernste bevolhen.
Dy durchfahren und nicht abeladen, sollen dem rathe dy gutter vorrechten, doruff dy knechte achtung zu geben, welche von eyner thonnen 1 alden heller zu fordern, wan dy gutter ins landt hineyn gehen; wan sy abe und auffladen von 1 thonnen 1 neuen ₰ (Pfennig); wan dy knechte keren, eyn halb stubichen byer von jhenen, so der niderlagen pflegen.
Schuster, gerber. Freitag post Vincentii (24. I). Dy viermeister der schuster haben neben den gerbern gebeten, zu vorzeichen, wy ine zuvor mitwoch noch Martini nehstvorgangen (13. XI. 1527) zugesagt durch eyn erbarn rath, nemlich das eyn rath, so weit ir weichbild reicht, keyne vorkeuffer der leder zu dulden, auch ab yemandt uberkommen, der sich ausserhalb ires handtwergks vorkeuffens der leder pflegen und gemeyner stadt beschwerung durch sulch auffkeuffen und vorkeuffen zufugen wurd, das derselbig geburlich gestrafft sal werden, doch mit vorbehaldt das eyn rath sulchs allzeit nach erkentnus besserung gemeyner stadt zu andern. Welchs vom amptmann dergleichen auch zugesagt treulich und ungever (ohne Hinterhalt) etc. Uff bemelten tag mitwoch noch Martini sind angezeigt, so dy leder uffkeuffen, zwene Hunichen hinderm alden Sehe, Peter Chrauspe zu Freiberk, Paul Strosberg, Simon Pfundt von Girßdorff, Borisch von Nauslitz, Simon Kuntze, Lorman von Dolen, Donat Hempel, Tzocke von Wilßdorff, Brosius Ebert von Hockendorff und Michel Schuster zum Ohorn.
Hutter. Den huttern uff ir ansuchen zugesagt am wochenmargkte am montag keynem frembden zu gestatten, dy gezogene hütte feyl zu haben.
Sonabent am tage conversionis Pauli (25. I) beide rethe vorsammelt. Erstlich auff bevelh U. g. H. beschlossen, dy wache uffn abent und sunderlich auff heyligen tagen, weil der muttwill mit geschrey und singen uber dy zeit fast uberhandt nimpt, mit desta stercker zu bestellen, dy fruhe ortten (Frühkneipen) vor der messe durch den richter und gerichtsknechte abzustellen und zu wehren.
2. ist des raths vortrostung, U. g. H. werde gemeyne stadt nicht hocher zwinigen noch etwas fordern, dan in S. f. G. zuschreibung begriffen und uffm landtage bewilliget etc.
3. weil vil gerthe vorm Pfortlen durch den baue (Festungsbau) abgangen und dy burger neben andern derwegen große beschwerung befinden, sunderlich der kuchenspeise (Küchengewächse) halben, das das stucke acker dy Scheibe genant an der Rampischen gassen gelegen den monchen von Aldendresden vor 500 fl. ab, gekaufft, dyselbigen zu vorzinsen yhe das 100 mit 5 fl. und mit der zeit zu entrichten, dyweil mans keiner weyße ubergehen mag, uff das dy außgekaufften garten aldo erstattet mogen werden.
4. moglichen vleys bey U. g. H. vorzuwenden, domit das schencken und brauen zu großem nachteil gemeiner stad gereichend mag uffm lande abgeschafft werden als zu Preßenitz mit dem frembden byer, zu Serckewitz, Catitz, Rypchen etc.
[164] 5. der worffzins[6] sey keinesweges dem rathe anzunehmen, von den burgern zu ermanen neben dem geschoß, weil dy prister nicht meher den eyn schock doran nachzulassen bedacht, sunder dy priesterschafft solle selbst sulche zinse einbringen, wie sie wissen, dorzu ine dy gerichte zu vorhelffen.
6. was vor zinse uff den aufferkaufften garthen, der pristerschafft und andern zustendig, hinderstellig, sey U. g. H. anzulangen umb gnedige einsehung und das dyjenigen, so dy helffte ader meher an iren gerten behalden, ire zinse volkomlich vortretten und behalden etc. und sonst vorweist.
7. an U. g. H. zu suppliciren der heuser halben, so vor der stadt auffgericht, do zuvor keine feurstadt gewest, das nymanden zu gestatten, neu baustette hinder wissen und willen des rathes uffzurichten, und ab nicht dyjenigen, so vorn thoren des margkts gebrauchen, etwas gemeiner stadt zu guth reichen und geben sollen, sunderlich weil man in feuersnothen dy stadt offen (öffnen) und ine zu hulff kommen, auch schaden von ine gewarthen.
Dinstags post conversionis Pauli (28. I) beide rethe vorsammelt, handtwergen und gemeyne von wegen U. g. H. angezeigt, 1. das U. g. H. kurz nicht gestatten wolle, an heyligen und sontagen eynicherlei weyse zu arbeiten, kein holtz zu fuhren und nichts zu thun, dodurch dy heylige feyer gebrochen mag werden.
2. zum andern menniglichen gewarnet, das nymant uff der gassen bey abent schreyen und unfug uff der gassen uben sult. Es wirt eyn radt dy zeit uber etliche wechter zulegen; wirt ymandt begriffen werden, den wirt man gepurlich straffen. Derwegen ein yeder seine gesellen und gesinde dovor warnen, den sy vors sy zu antworten angesprochen werden.
3. des langen nachtsitzens halben, das hinforder dy gerichtsdyner umbgehen werden, und wer uber 9 hor (Uhr) befunden, zum gehorsam brengen etc. Sal nymand dy knecht mit unnutzen worten abfertigen[7].
4. Des worffzins halben, ab man den hinforder wolle geben. U. g. H. beger sey, der rath solten zu sich nehmen und bey den geschossen einfordern, oder ob man dy ablose etc.
Mitwoch post Pauli conversionis (29. I) Hans Schneiders son und edem (Eidam) von Tolkewitz ist angesaget, das sie ires kauffs außgeschniten zedel machen, und wo eyn rath wirt befinden zwuschen hir und Michaelis, das sie das guth bessern und in wirden halden werden, sal der kauff vortgang haben, wo nicht, wil der rath das guth selbst vorkauffen und sie ans gelt weisen. Ein halb ß sol der son dem vater uff mitefaste geben und der mutter 9 gr. hinforder uff pfingsten erbgelt.
Hans Hesperg. Freitag post conversionis Pauli (31. I) Hans Hesperg hat urlaub gebeten, so lange dy irrung zwuschen im und dem burgermeister Byner jungst dinstags vorgangen erhaben (erhoben) beygeleget worden, dy schlussel seins ampts dem rathe uberantwurt und gesaget, magister Lindener solle das vorwesen. Daruff der burgermeister geantwurt, er wuste ime keinen urlaub zu geben, sunder aldo sessen die hern, er wulde eyn radtschlag mit ine darüber halden. Ist Hesperg davon hinausgangen etc. Sulchs hat der sitzende rath bevolhen einzuschreiben.
Krommesehe. Krommesehen ist das alde des uffdeckers (Abdeckers) haus bey der saltzscheune an der Elbe in ansehung seiner vleyßigen dinst, dem rathe gepfleget und kunfftig zu thun erbottig, zugesaget, also das er eyn halb jar 30 gr. davon geben sal.
Dy fischer an der Elben. Laux Schiffhauer und Bartel Kromer sint durch eyn rath vortragen des frevels halben, so bemelter Schiffhauer Bartel Kromern zugefuget etc. dergestalt. Dyweil sie beide ire sache mechtlich uff ein rath nach langer underhandelung und anforderung gestellt, sal Laux Schiffhauer Bartel Kromern vor sein ausgegeben gelt und und scheden 2 alde ß, in 14 tagen beym richter niderzulegen, geben, sich mit den gerichten und balbirern vortragen und hinforder in freuntschafft zu geleben, fridlich mit worten und wercken zu halden, sampt iren vorwanten, desgleichen Kromer mit seinen sonen gegen Schiffhauern, bey peen (Strafe) 10 fl., welch teyl bruchig mit glaubwirdigen mennern uberweiset ader einicherlei ursach dem andern teil geben wurde, dem rathe zu geben. Schiffhauer hats dem alden Kromer und beiden seinen sonen abgebethen und sich voreyniget.
Vigilia purificationis (1. II) bede rethe vorsammelt gehandelt erstlich von der alden schule, dyweil dy der kirchen zustendig und mit dem maltzhauße vorkaufft etc. das dy vom keuffer wider umb zimlich gelt uffgelassen sol.
2. das eyn rath Hansen Hesperg keynen pfennig sonder rechtlich erkentnus geben wil etc.
3. Hansen Hespergs unfug wider den burgermeister. Hans Hesperg ist durch den rath gefordert und befraget, ab er sein sache beym rathe woll lassen bleiben. Doruff er geantwurt, er habe gestern umb einen urlaub gebeten, sich des rathsstuls zu enthalden, doch also lange er mit Gregor Bynern an den orttern und bey unvordechtigen richtern sein sache ausgefurt werde, alsden wil er sich aller gebur gegen dem rathe halden etc. Doch weil er befragt etc. bit er umb bedenckzeit und frist uff 2 tage.
Dornstags am tage Dorotheä (6. II) sint beide rethe vorsammelt und den burgermeister mit Hansen [165] Hespergk vortragen, also das dy gebrechen zugleich auffgehaben und wider voreiniget etc. ferner nicht zu effern (eifern) noch zu gedencken, bey des raths straff.
2. beratschlaget, den kuttelhoff an eynen gelegern orth, domit von gerbern nichts unlustig zukomme, uff U. g. H. bevelh zu bauen etc.
Bartel Baritzsch. Freitag post Dorotheä (7. II) Paritzsch sagt, habs von seiner konst, so er in Doringen uberkommen, das er dy gicht und kranckeyten, dy kein artzt heylen kan, vortreibet und schetze suchet etc.
Ein creutz in wachse gedruckt mit hoer (Haar) umbwunden undern diln gefunden, mit den henden herfur gezogen hat Kilian Kalde selbst gesehen und lassen vorbrennen. Sein frau hat zuvor auch gesehen, das Baritzsch eyn wichsen (wächsern) angesicht in eynem buchslen und weis tuchlen darüber auch undern diln vorgezogen, hat im eyn seiden schnur dreier elen lang und dreierlei farbe lassen machen, eyns daumes dicken, roth, weis etc., hat im zu 10, 12, 14 gr. und also bey 1 ß gegeben, dovor und das ime Baritzsch sein kindt geschmiret und wollen heilen.
Thomas Frost sagt, Baritzsch sey zu seiner schwester kommen und gesaget, sy sey umbs heupt vorterbet, und hab all molh gelt wollen haben zu 10, 12, 14 gr., hat nits geholffen, haben zu 5, 12, 14 gr. zu trencken (Tränken) mussen geben.
Sey eyner von der Polßnetz komen und gesaget, wi in seinem hause gelt solle ligen etc. Hat Baritzsch gesaget, er wolle es finden. Ist er mit gezogen und in Gutners keller gesucht und gesagt, es sey weg etc. Dorzu hat im Blasius sein bruder von Gutners wegen 10 gr. in dy apoteck gegeben, haben ine mussen kostfrey halden.
Zu Camentz hat im eyner wollen 100 fl. geben, wo er geld funde. Hat er gesagt, es lige eyn kessel vol geld an golde. Haben im doruff 5 gr. vor ertzney hirzu gehorende in dy apoteck gegeben. Hat nichts ausgericht, sey buberey.
(Nachschrift:) Am tage Valentini (14. II) in ansehung seins armen weibs und kinder zu burgen, handen und vortrag gelassen, mit erinnerung, wurde er meher befunden ader ergriffen werden mit wahrsagen, schetzsuchen ader dergleichen, dodurch dy leute betrogen etc., sal es im zu leib und halß gedeien und gestrafft werden etc. Hat daruff bey seinem eyde bewilliget und mit uffgerackten fingern mit vleys zu halden.
Valten Fuhrmann zugesagt, mit seim bruder nach dem fastenmargkt 30 gr. vor ihrer schwester gerade[8] zu geben.
Hueren. Mitwoch noch Appoloniä (12. II) hat der burgermeister angezeigt, das ime der cantzler von wegen M. g. H. uff dy supplication des raths der unzuchtigen weiber halben, wy sie inn kleydung erbarn frauen und burgerin gleich gehen, dise antwurt gegeben. M. g. H. hette gutten gefallen in dem das der rath dis vorgenohmen, derhalb soll der burgermeister ader richter dyselben weiber, als dy Staudrian, dy Joachimstalerin, Schürtz-Annan und welche dy sint etc. beschicken und ine vorhalden, wy das M. g. H. und der rath beschlossen und also haben wolten, das ir keine nicht tragen sollen keine korsche (Pelzrock), kein bereit (Barett) wider gefüttert noch ungefuttert, kein schwartzen mantel und kein fehmen (buntes, geflecktes Pelzwerk) ader grohmetzen (?). Wurd aber sulchs ubergangen, so wurd man sy an den orth fuhren, do sy hin gehoren etc.
Hans Konig bitt umb beide jarkoche etc. Ist vorschuben uff eyn ander zeit, weil itzundt wenig herrn vorhanden. (Nachschrift:) Freitag post inventionis pueri hat im der rath uff sein anregung vortrostung gethan, so vil dismal auch hern vorhanden gewest. Er solle uff dy faste (Fastnacht), wan dy hern beysamen, wider anregen, es solle vorhoffens seins teils nit gebrechen haben.
Becker. Freitag am tage Valentini (14. II) dy becker allesampt vorgefordert und nachdem sy zum offtern strefflich befunden in dem das sy das broth rocken und weysens (roggenes und weizenes) vil zu klein backen und offtmals begriffen, ists ine itzmals nachgelassen und angezeigt, das uffn montag das broth sal besichtiget werden, und welchs zu klein befunden, sal alsbald zuschnitten (zerschnitten) werden und daruber gestrafft werden etc.
Veit Meltzer begert in den gelassen guttern Burghart Richters teylung zu halden etc. Daruff angezeigt, er soll eyn zeit geduld tragen, weil der alde neulich vorsturben, ab sein son uff ostern mocht heimkommen, wi botschafft kommen, das er noch am leben, dy alde inn guttern bleiben lassen. Und doruber, wan gleich theylung gehalden, so ließ man doch nichts ins land zu Behem disfals volgen, weil dy aus Behem nichts herausgeben etc.[9] Veit Meltzer bit bedenckzeit etc.
Freitag post inventionis pueri Bartel Bulman abschiedsbriff gebeten.
Heinrich Messerschmid und Lorentz Klehe haben gebeten vor meister Thomas, im dy badestube vorm thor zu lassen, sunderlich weil dy schwiger kranck leit (liegt) und sich mit ir voreyniget, bis auff ostern zu vorwalden. Doruff dy sache uffgeschuben, bis meher hern vorhanden, mitler zeit mag er wol zur schwiger hinein zihen etc.
[166] Am tage cathedra Petri (22. II) haben sich dy tischer uber Lorentz Gansaugen beclagt, sunderlich Storm, das er ine zwier (zweimal) umb gotis willen gebeten, er wolle im eyn fuder brete, so vor seiner thoer gehalden, lassen, er habe das gelt in der handt und woll es von stund an bezalen, hat nicht mogen gescheen. Item er hat ine wollen mit gericht auffhalden, ist davon gefaren. Der ander bey Ranischen wonend hat eyn mandel umb bar gelt von ime wollen bezalen, hat ime keins lassen wollen, er wolle ine nicht segespene lassen. Desgleichen dy andern meister sich beclagen, das dy breth uberheufth (?) und doch schwerlich zu bekomen etc. hat ime gelt ins haus geschicket. So hat Cristoff Polirer itzunt zu Michel Eldian gesagt, er wolde gerne 1 ß (Schock) brete haben und 25 gr. Gansaugen geben, er wil sie im nicht lassen.
Ist beschlossen in gehorsam zu nehmen und hinder wissen des raths nicht wider heraus zu lassen, wirt sich eyn rath ferner wol wissen zu halden der gepur. Kein tischerbrett kompt mer herein, Gansauge hat sie vor allen mülhen vorsprochen. Bitten dy tischer umb sicherung. (Am Rande:) Ist zum andern geeffert durch dy meister freitag post Mauritii (25. IX).
Nickel Traspe eyn leyneweber beclagt sich, das man ime seine tochter uffm handtwerge nicht woll lassen erbten (arbeiten) etc.
Mitwoch noch invocavit (4. III) meister Hans der bader von Aldendresden durch Hans Deisselbachen umb dy stube geworben. Ist beschlossen uff meister Thomasen und disem angezeigt, in acht ader 14 tagen stille zu stehen wollen.
Den geschickten von Raudenitz, so eynem erbarn rathe briffliche urkund irer anligenden noth halben bracht[10], ist dise anthwurt gegeben. Ein rath wolle moglichen vleys vorwenden, das 2000 fl. ader was man auffbringen kan, mogen ausgericht werden, und was hirin vorfuget, zwuschen hier und mitfaste inen schrifftlichen zur anthwurt geben etc.
Presnitz schenck. Dornstag nach invocavit (5. III) hat der burgermeister Byner angezeigt, das der cantzler gestern ime gesaget, das M. g. H. gesagt, es wolle sich nicht leiden (darüber geschrieben: sey nicht von noten), das zwene fursten in eynem lande sein. Derwegen wo sich der kretzschmar zu Preßnitz nicht der gebur mit schencken halten wurd, solte sich eyn rath kegen ime wie zuvor gescheen erzeigen. Sein f. G. wollt nicht haben, das man tagleistung (Verhandlung) darumb mit dem bischoff[11] haben soll etc.
Mitwoch nach reminiscere (11. III) sint in sitzendem rathe erschynen dy wirdigen prior und prediger ausm kloster zu Aldendresden und Caspar Thorler U. g. H. kammermeister erzalt, nochdem ein rath dem kloster 500 fl. vor das stucke acker dy Scheibe genant an der Pirnischen strassen gelegen sampt zugehörigen gerten, welchs des walhbaues halben erkaufft, domit dy ausgekaufften gerte erstattet werden, schuldig, das sie bemeltem hern kammermeister, domit sie sich wider mit getredewachs zu ergetzen, dorkegen eyn stucke acker vor 400 fl. abgekaufft, daruff gebeten sulche 400 fl. zu vorgnugen ader zu vorzinsen sampt dem ubrigen hundert fl. Ist beschlossen, das eyn rath uff nachlassung und bewilligung des kammermeisters 500 fl. jhe das 100 mit 5 fl. zu vorzinsen jerlich solt vorpflicht sein und der kammermeister den monchen 100 fl. hinausgeben, uff zwue tagzeit, dy helffte uff Michaelis kunfftig anzuheben und uff Walpurgis anno etc. 29 auch 121/2 fl. und hinforder. Doch hat sich der rath voreiniget, das sie sollen macht haben, dy helfft ader gar, wan es inen gelegen und in vormogen, ablegen, ein halb (darüber geschrieben: virtel) jar zuvor ansagen.
Freitag noch reminiscere (13. III) Arnolt Mollern sein hauß gelihen in sitzendem rathe, als er burger wurden, ist zuvor in gerichten von seinem vorkeuffer uffgelassen.
Steffan Fehrman in gehorsam genohmen, darumb das er gesagt, ein rathe schreibe, was er wolle.
Mitwoch noch oculi (18. III) by Baltzer Petschen sal ir brauhauß mit zigel decken ader man wirt sie uber eyn jar nicht lassen breuen.
Noch mittage hat Hans Hammer seins ampts halben vom spital rechnung gethan.
Darnach gehandelt, das alle hausknossen vorn thoern sollen bezeichent werden mit irem gesinde und kindern, ordnung zu machen des mussigen volgs halben etc., dy kinder in dy schul[12] zu thuen etc., heymborgen zu bestellen und eyn bettelvoyt, item fluhrschützen zu vorordnen. Item der betler halben, dyselbigen auch vorzeichen und besichtigen, mendicantes validos urbe pellendos.
Item Fabian Fladen ist das rest anno im 24., so er selbst bezalen sold und doch zuvor durch Franz Molern ermanet, dy helffte erlassen.
Ranisch, Schmeisser, Eldian und Pfol sollen dy hausknossen (fehlt wohl: verzeichnen).
Becker. Freitag noch oculi (20. III) den beckern allsampt gesaget, das ein iglicher backen sal, so vil er zu vortreiben weis und kan, und sal nymanden ansehen, es sei viermeister ader nicht, sie haben ordenung ader wies gesein kan. Doruber wil eyn rath dyjenigen, so [167] backen, handhaben und schutzen, dornoch sich ein iglicher zu richten.
Desgleichen angesaget, wan meher felh und mangel an semeln ader brote wirt befunden werden, wie nehst 2 tage gescheen, so wil eyn rathe iglichen besondern straffen. Hat der burgermeister bevolhen einzuschreiben.
Dinstags noch letare (24. III) ist meister Bastian eyn nagelschmiedt von Freiberg uffgenohmen und im zusage gescheen, das er 2 jar sal geschoßfrei sitzen und 400 ader 500 zigel zur anrichtung vom rathe bekomen, sal sein abschiedt vom rathe zu Freiberg bringen.
Dornstags nach letare (26. III) nach essens, als man hat wollen dingen[13], ist Renßpergk heuptman zum Tharandt im radt erschynen, hat im der burgermeister angezeigt U. g. H. bevelh, nemlich das er vom uffgerichten kauff mit Hansen Hering umb sein hauß troffen abtretten und denselben kauff Jobst Rauten, Hansen Herings stiffsone, gestaten sall.
Freitag nach letare (27. III) ist Jobst Kotwig im rath erschynen und zum andern geeffert mit bittung, desselbigen sich zu erinnern, das er zuvor unlangest nach bescheenem kauff des hauses etwan magister Henniges, so er gekaufft und vom kauffe abgewest, in sitzendem rathe gesaget, das er wolle vom kauffe abtretten. Wurd sichs aber befinden, das der kauff eynem andern zu guth gemacht, also das er Rudeloff das hauß nicht behalden wurd, so wolde er sich seiner gerechtigkeit nicht ubergeben haben.
Meltzer. Den meltzern ist angesagt nach gewonheit und altem herkommen, das nach ostern kein meltz er meher maltz machen sal bey peen 10 fl. unnachleßlich dem rathe zu geben. (Nachschrift:) Ist ine uff ir bitt nachgelassen, dy begossene maltz zu vormeltzen acht tage nach ostern.
Hans Heringen und Jobst Rauten angesagt uff erkentnus M. g. H., das dem heuptman vom Tharant 30 fl. zu reukauff von Jobst sollen gegeben werden von dem eingelegten gelde, und dornoch jherlich 10 fl. zu iglicher gemachten tagzeit bis 30 fl. uber dy gemachte kauffgeldessumma entricht zu geben, als uber eyn jar 70 fl., dornoch des volgenden jhars auch 70, dornoch 60, letzlich 50 fl.
Saltz. Freitag nach judica (3. IV) sint beide rethe vorsammelt gewest. Erstlich gehandelt, das dy von Aldendresden saltz bey feßlen vorkeuffen. Ist itzt eyn feßlen bey Ficklern befunden und gekommert, das eyn burger doselbst zu Aldendresden vom rathe genohmen und eynem pauern beym Konigsteyn an schuld gegeben. Beschlossen, man solle es herein nehmen mit wissen und willen des amptmans und dy von Aldendresden lassen klagen.
Zum andern ist Hespergs halben gehandelt. Doruff beschlossen, das im eyn rath aus gnaden und gutwillikeit, nicht aus pflichten ader gebur in ansehung seiner vleyssigen muhe, so er in einbringung der alden schulden thut und hinforder dem rathe und gemeinen guthe wasserley weyse zu bescheen thuen sol, funffzig gulden an sein alden schulden erlassen will. Umb dy andern schulde wil eyn rath zu gelegener zeit sich auch der gebur anhoren lassen, wi dieselbigen und anders hinderstellig sal bezalt werden. Hats Hans Hesperg angenohmen und seinen vleys forthin zu thun zugesaget.
Zum dritten Frantz Schmeissers busse halben gehandelt. Beschlossen, das er 5 ß geben sall darumb das er des burgermeisters geboth nicht gehalten und geringe gerste under gutte gemenget. Ist im hernoch zu 10 fl. uff sein vleyssiges bitten gelassen.
4. Burgermeister Naumans geschoß gemindert uff 2 ß. Wechtergeld, weil er des raths, darff er nicht geben.
Freitag nach ostern (17. IV) Hans Deisselbach hat gebeten, weil sein haus 2 alde ß etliche groschen schosst, das ime auch zur vorgleichung mehr byers geben in ansehung, das er sein haus hocher zu bauen bedacht. Ist beschlossen, er solle den baue anfangen und uffführen. Wurd eyn rath befinden, das er U. g. H. und gemeiner stadt zu ehren, ime zu nutz bauen wirt, solle er wider vor eyn rath kommen, wolle sich eyn rath aller gebur beweisen[14].
Dy schmide begern, das der neu nagelschmiedt nicht anders mocht einkommen, denn das er sich dermassen, wi ir eyner thuen muß, erzege. Ist geanthwort, eyn rath wolle inen beschicken und mit ime dovon handeln.
Freitag nach Georgii (24. IV) Hans Konigen seyn teil an der jarkochen wider uff eyn jar zugesagt und das ander bis uff Michaelis. Wirt er sich der gebur und den leuthen ausrichtung pflegen, sal er forder guth anthwurt erlangen.
Valten Schmieds und Paul Jahns sache. Mitwoch noch misericordias domini (29. IV). Her Veit zeget an von wegen der Valten Schmiden, das Valten Schmiedt am todtbette sich mit Paul Morgenstern (übergeschrieben: Jahn) und Wentzeln berechent, und nochdem befunden, das Wentzel etliche schulde aussenstehen und etliche schock fische vorhanden hat, ist voreynigung gescheen, das bemelter Wentzel dy schuld eynmahnen und dy fische vorkeuffen solle, dorvon die 57 fl. hinderstellig genanten Paul Morgenstern bezalen, [168] den uberlauff im vor dy muhe und arbeit halten. Welchs Paul angenohmen und doruff 33 fl. von Wentzeln entpfangen, derwegen er billich dy hinderstelligen 24 fl. von ime zu ermanen. Das es dermassen gescheen, sagt bemelter prister, er habs gehort, sey dobey gewest.
Dornstags nach misericordias domini (30. IV) ist der naue radt eingesessen.
Fleischer. Sonnabend nach Walpurgis (2. V) den fleischern angesagt, das sie nymanden das fleisch in bencken sollen vorkeuffen, sundern vor den bencken, zum andern das sie kein vorkaufft fleisch ader das kein (gen, nach) hoffe gehort, in bencken lassen hengen.
Fleischatzung. Fleisch geschatzt rindern zu 5 ₰, schopsen 6 ₰, kelbern zu 7 heller, gerings zu 3 ₰.
Her Hans von Schonberg bit vor Jobst Rauten, das in eyn erbar rath zum byerschencken, wo das vorledigt, fordern und annehmen wolde.
Dinstags noch jubilate (5. V) Goschman und Hans Pragern angezeigt von wegen F. G. (Fürstlicher Gnaden), das si irer wisen an der Rampischen gassen gebrauchen mogen, uber acht tage wirt man den rasen ausstechen[15] und inen etwas, was billich, darumb pflegen.
Ludwig der alde bote ist wider angenohmen dergestalt, er soll seins ampts gewertig und mitler zeit in hoffnung sein, ab sich des margk- (unvollendet; fehlt wohl: meisters ampt vorledigen wurde).
Schneider ausfall. Freitags noch jubilate (8. V) Wilhelm von Karlewitz beclagt sich uber dy schneider, das sie in seiner obrigkeit und ausserhalb der meylen wegs eingefallen und eyn schneider auffgehaben etc., mit bit, dy schneider dohin zu weissen, das dy seinen ungeirret etc. Were es aber gemeyner stadt letzlich, er wolde sich gerne der gebür halden, als er allezeit sich freuntlich mit den burgern gehalden etc. Dy schneider antworten, was sy gethan, sey gescheen mit wissen und willen des amptmans, und des sy guth fug und recht, dan es innnerhalb der meylen gelegen etc. Darauff Karlewitz geantwortet, er sey es zu erweisen erbottig und auch durch M. g. H. zugelassen, allein unkost zu vormeiden, rege er beym erbarn rathe an umb einsehung, und wan er zuvor durch eyn erbarn rath ader auch vom handwerge ersucht, er wolle der sachen wol rath funden haben, dan er noch erbottig, wan er gleich eynes thuens gut recht und fug hette, und solt gemeyner stadt nachteylig seyn. Er wolle uff ersuchung des raths sich freuntlicher weyse halden.
Deme nach hat der rath mit Karlewitzen nach gehaltenem rathschlag geredt. Nachdeme dy meister nicht ander meynung dy sache getriben, dan das sie guth fug und recht gehabt, darumb das Sedlitz[16] innerhalb der meylen gelegen und keine vorwerthe gerechtigkeit aldo und noch nicht anders wissen tragen. Idoch aus gutter nackbarschafft wollen dy schneider disem schneider, so sich under ime nidergelassen, sein leben lang vorgonnen, aldo zu erbten, doch das er keinen gesellen halde noch jungen lehre, und hinforder keinem mehr zu gestatten, es were dan das sulchs als recht erweist wurde etc. Welchs Karlewitz in bedencken genohmen und gebeten, sein anthwurt in 14 tagen anzuhoren.
Kilian Thomas von Leuben under Herman von Tauschwitz gesessen darumb das er den pfarrer von Plauen vorm Sehethor mit blosem gewere angefertiget mit dreuworten (Drohworten), er wolle im den kop von eynander hauen etc., ist er gefengklich durch den amptman eyngenohmen und den gerichten uberanthwort, drey tage gesessen und wider ausgelassen, das er dem rathe 1/2 ß zu busse geben und eynen vorstand machen sall, sich ferner fridlich zu halden und mit worten und wercken nicht zu vorgreiffen etc. Ist zu sulcher busse gelassen in ansehung seins armuts und kleinen kindern etc. Caspar Lorentz und Hans Golner sint burgen davor wie vormerckt und das berurt gelt uff Bartholomei falle etc.
Mitwoch noch cantate (13. V) geradtschlaget, das man das nau gepauete hauß neben Georgen hauße des rathsdiener vorkeuffen und umb 40 ß geben, doruff 15 gr. geschoß setzen sal.
Beschlossen, das man 8 gr. uff itzlichen garten, so uffm acker dy Scheibe genant uffzurichten gesonnen, jerlichen zins setzen und eynen garten umb 10 ß geben wolle.
Zwyne herrn des raths von Aldendresden haben meister (Name ausgelassen) dem wagner, so des alden Thomas Reussen hauß gekaufft, seines wesens wi ubelich kuntschafft geben.
Frantz Gerbern bevolhen, den steg vor der tuchmacher ferbhauße, doruff sie dy geferbten tucher spuelen, so er den tuchmachern vor seiner thoer abgeworffen, wider zu legen ungeacht seiner ausflucht.
Freitag nach cantate (15. V). Schulmeister hat dy schule uffgesagt und vor seinen baccalaureum gebeten.
Frantz Gerber zeiget an, er wolle den steg nicht legen, so wolle er auch nicht gestatten, denselben zu dolden, zum dritten haben ime dy tuchmacher gedreuet, sein leder im wasser abzuhauen. Wurd sulchs gescheen in seiner gegenwertigkeit, so wolle er sy wider hauen etc. Doruff beschlossen, dyweil befunden, das der steg uber. vorwertte zeit aldo gewest, so solle er ine wider legen. Ist umb sein frevel und unfugsame worth in gehorsam [169] genohmen, in thorm gesatzt zu underste[17]. Er sagt, er konne wider gewalt nicht.
Sonnabents noch cantate (16. V) ist Melcher Gerbern von wegen des raths aus eintrechtigem beschluß bevolhen, im gehorsam uffm rathhauße zu bleiben, der unfuglichen wort halben, so er im rath hiruber und dem burgermeister licentiato (Naumann) in seiner behausung gegeben, nemlich das er offentlich gesaget, man thu seinem sone unrecht etc., im rath geredt, man handle alles unordentlich und one grundt.
Frantz Gerber ist ausgeborget also, wan er selbst vorschafft und nicht dy borgen (Bürgen), das der steg wider gelegt ist, sal er ausgelossen werden, und vor dy ubertrettunge sollen borge sein Gorg Ule und Anthonius Scheffer, das sich Frantz Gerber kegen eynem erbarn rath zu vortragen etc. (Nachschrift:) Dy borgen haben angesaget, das der steg geleget. Doruff dem boten (Ratsdiener) bevohlen, Frantz Gerbern auszulassen.
Caspar Fischer ist ausm gehorsam gelassen, das er sich hinforder nicht anders kegen seinem weibe halden solle, dan es man und weibe geburt, und solle sie straffen, wi einem fromen manne zustendig, ap si bruchig, und hinforder der bierheuser sich eusser, wi bisher von ime befunden. Wirt er sich anders bezeigen, wolle sich eyn rath wissen ken ime zu halden.
Freitag post ascensionis (22. V) den alden Kirschten sein burgerrecht uffgesagt. Ist zuvor beschlossen, das all den pauern ir burgerrecht sall auffgesagt werden, dieweil sy kein geschoß geben.
Mitwoch noch exaudi (27. V) hat eyn erbar rath mit Jobst Kothwigen eyn erblichen kauff gemacht umb das hauß, so itzund uffgericht neben Gorgen hauße etc. also das der rath gedachtem Kothwigen sulch hauß vor hundert fl. gegeben, uff tagzeit zu bezalhen wie volget: uff Johannis schirst 20 fl., Michaelis 20, ostern im 29ten 20 fl., Michaelis dornoch 20 fl. und uff ostern im 30ten 20 fl., sall 15 gr. ein halb jar geschoß geben und 11/2 byer zu brauen haben. Doch hat ime der rath eyn halb byer dis jar bauens halben nochgelassen.
Dem haußmann sein urlob gegeben, sein bestes zwuschen hir und Michaelis zu suchen.
Dem schulmeister 1 ß an sein schulden nachgelassen, das ander 1 ß 7 gr. ausm uberlauff des altars Colditz. Das hinderstellig 1 ß sal er bezalen. Actum ut supra. Ist ime auch das hinderstellige nochgelassen in ansehung, das er eyn zeit lang kranck gelegen.
Beschlossen den baccalaureum supremum zur schulen zu vorwesen zu vorordenen, doch das er zu gelegener zeit magister werde.
Dornstag noch exaudi (28. V) handtwergen und gemeinen angesagt, das eyn erbar radt entschlossen, das, man hinforder, so sie vorbott (zur Versammlung berufen), eyn guthe virtelstunde will lassen leuthen (läuten), und wer nicht, so man mit leuthen uffgehort, vorhanden, wil der (fehlt: rath) geburlich straffen und auch alsbald sie fordern, domit sie nicht lange uffgehalten etc.
Es ist auch U. g. H. briff und ausgegangener druck vorleßen etc. seins inhalts.
Beschlossen, den worffzins anzunehmen und den pristern jherlich 10 fl. zu geben widerkeuflich.
Mithwoch nach Viti (17. VI) beclagen sich dy kleinschmide, das ine dy seiffensieder mit den buden bedrangen. Ist dem richter bevolhen uffzusehen.
Item uber Valten Fuhrman, das er uberzinte striegeln vorkeufft. Ist in angezeigt, eyn rath achts dovor, es soll ine geringen schaden zufugen, sunderlich weil es pfennigwerck ist und von kromern gefurt wirt doch wil man dornoch sehen etc.
Michel Stutzen eyn gr. vom raum vor sein fenstern uffgesatzt, sal hinforder 6 gr. zinsen.
Freitag post Viti (19. VI) endtlich beschlossen mit her Baltzern vor sich und ander mit vorwanthen und eynung gemacht, das eyn erbar rath dy wurfzinse zu sich gekaufft, also das den pristern eyn rath vor obgemelte zinse jherlich 31/2 ß geben, also lang sie abgelost mogen werden 1 fl. mit 10 etc.
Lorentz Frentzin uf sein anforderung des vorkauften hauses diser abschiedt gegeben. Nachdem im handel befunden, das nach absterben Gorg Heuptmans weibs, der Gorg Frentzin tochter, das hauß, so ir in der theilung geschatzt und vor iren veterlichen antheyl zukohmen, bemelter Gorg Frentzin irer mutter wider enheim in dy schuß (Schoß) gefallen und alsden dy mutter bemelt aus anliegender notturfft sulch hauß irem eidem Gorg Heuptman eyns bestendigen kaufs erblich vorkauft, welchs nicht unbillichen gescheen zur vorgleichung der wolthat, dy Gorg Heuptmann der mutter, seiner schwiger, bezeget und sonst nichts von seinem weibe bekohmen und also onera matrimonii vorgebens ertragen, auch dy mutter ander gutter als ecker, dy nutzlicher und on alle fahr zu erhalden, darkegen unentpfremdet heldet, hat eyn rath vor billich angesehen, das der son Lorentz seiner mutter uffgerichten kauff, den sy aus wichtiger ursachen gethan und des fug und recht nach gestalten dingen gehabt, unangefochten bleiben lisse und nicht zu rutteln vornehme, was seine eldern bekrefftiget, in ansehung, das er den falh von seiner mutter nicht erlebet und domit dy mutter nicht vorursacht, auch iren drittenteil ime zu entpfremden, welchs sy nach statut, wilkor und gewonheit diser stadt billich thuen mochte.
[170] Jacof Hornig von wegen Hans Kalben, so kranck angesagt, aus beschluß, das sie keine leymet (Leinwand) dan hirinne und in der stadt weichbild gemacht, strempeln sollen, doraus volget, das keiner zu Aldendresden darff lassen erbten etc.
Fluer. Mitwoch post Johannis (1. VII) den pauern von Mockeritz angezeigt, dyweil dy ufm lande nicht gestaten, das in irem flur kein bürger sein ecker betreiben darff, sei der rath vorursacht, domit gleichmessigkeith gehalden, zu ordnen, der stadt flur zu berehnen (berainen) und das kein pauer etc.
Mitwoch post visitationis (8. VII) haben dy geschickten her Wilhelm von Schonberg zu Hoyerßwerd mit Clement Hartman 4 ß großen karpen halben, so er S. G. (Seiner Gnaden) solt schuldig sein, nicht konnen vortragen werden, derhalb dy geschickten bemelt protestirt von wegen ires herrn, das si bemelten Clement nicht loßzugeben gesonnen, sondern mit recht vorzunehmen etc.
Mitwoch post Jacobi (29. VII). Dy schwartzferber beclagen sich über Greger Steynert und andere leyneweber, das sie ferber halten und menniglichen ine zu abbruch ferben etc. Dargegen geanthwurt, es werde dermassen zu Kempnitz und an andern orttern etc. (Zusatz am Rande: Es sei eyn kunst und kein handtwergk). Doruff beschlossen, weil Greger Steynert uff gewonheit ander stette geflohen, wil sich eyn radt erkunden darumb und uff mittel gedencken etc. und als der rath bericht, das si weit in der stadt ferben, ist inen vorbotten sulchs forthin in der stadt.
Steffan Tschuricht beclagt sich uber Christoff Jentzsch, das er sein weib im byerhauße offentlich zun ehren geschulden etc., welchs Jentzsch nicht gestendig. Tschuricht hat dy sache dem rathe enheim gegeben. Hats Jentzsch dem parth abgebethen, nemlich das er nichts von im, seinem weybe und freuntschafft wisse den alles guths, und ab er etwas in trunckener weyse geredt, das sei ime leyt (leid) etc. Ist doruff in gehorsam genohmen und vorboten, zwuschen hir und Michaelis in kein byerhauß zu khomen. (Bemerkung am Rande:) Wasser und brot zu geben, ins underste gefencknus zu setzen.
Brottbanck. Paul Wolrabe hat sein banck Brosio Heintzen zugesagt zu gebrauchen, so lange er zu hoffe becker ist und selbst dy banck zu vorlegen und zu vorsorgen nicht bedacht.
Nickel Trappe bericht den rath, das er am sontag vorgangen zu Paul Hoppenern kommen und den gesellen ir knappenrecht uffgelegt. Noch vorlesung ires briffes haben sie inen teuffen wollen und sein heupt (der ganze Absatz ist durchgestrichen und dazu geschrieben: Nichil est).
Michel Ulen angesaget, das er am werckeltage in keinem byerhauße zur zeche sitzen sall etc.
Freytag. Matz Meyl und Goschmann sein burge wurden vor Anders Kuhnen, das er von hinne in 4 wuchen den schaden vorbauen sol, so von seinem stalle kompt, Matz Felgenhauer zu schaden. Wan das gescheen, wird sich eyn rath kegen Andres Kuhnen mit straff ferner wol wissen zu erzeigen.
Hans Konigen bevolhen, kein schweyn zu schlachten bis uff Bartholomei, wo dy schweyne nicht meher sterben wurden etc.
Tischer beclagen sich uber dy zimmerleuthen, das sie in ire erbet und handtwergk greiffen. Doruff der rath geanthwurt nach gehaltenem radtschlagk, dyweil allein zwyne zimmerleuthe vorhanden, wisse eyn radt nichts zu handeln etc.
Den alden 2 tischergesellen gesagt, das si widerumb alle 4 wochen zusammen kommen, ir gepurlich gelt einlegen und halten sollen, wie vor zeiten im handtwerge gehalten.
Beschlossen, das eyn schweinkobe in dy mulhe gemacht werde etc.
Gunthern eynem taglonern bevolhen, zwuschen hir und Michaelis zu vorkeuffen seyner unzucht und gottslesterung halben.
Desgleichen dem alt Reußen bevolhen, sein hoff furbaß zu setzen, doch dy leuthe zuvor zu bezalen.
Freitag post vincula Petri (7. VIII) dem jungen Jentzsch vorbothen, in byerheuser zu gehen, zu toppeln und spielen etc. mit anzegung, wo er dermassen mit leichtfertigen worten begriffen etc. ader das er sein vater unerlich handelt, wolle ine eyn rath mit ernst straffen. Das sal ein schertz gewest sein.
Hieronymus Cunalt zum vormunde verordent dem medlein, so bey Gorg Nauman ist seines weibes schwester tochter etc.
Botner. Mitwoch post Laurentii (12. VIII) den eldisten der botner angesagt, das sie von eynem leherjungen, der ausgelernet, nicht meher den 2 ader 3 gr., von der kuntschafft seiner laer dem schreiber zu geben, nehmen sollen, und sie sollen nichts fordern, dieweil nicht in irem brieffe befunden, das in vom rathe nachgelassen, kuntschafft von sich zu geben, doch wil inen das eyn rath nachlassen nach gewonheit etc.
Mitwoch post nativitatis Mariä (9. IX) Nickel Gerbern angesagt, das er sein hauß bezihe ader vorkeuffe. Desgleichen Hans Geißlern.
Freitag post exaltacionis crucis (18. IX). Hans Sporer beclagt sich uber Ludwig Rymer, das er keten an zömen und dergleichen (Am Rande: buckel), so seinem handtwerge zu machen zustendig, macht etc. Doruff durch eyn rath gesagt: was des rymershandtwergs ist, soll er sich halten, und was dem handtwerg [171] vornemlich nicht zugehorig, sol er sich eussern. Ein itzlich handtwerg sol sich des seinen halten (Am Rande: was im zustehet zu machen), domit nicht eyner den andern vorterben mocht etc.
Mitwoch post Augustini (14. X) den gerbern angezeigt, dy pflocke abgehauen des grunteyses halben mit dem eynhengen des leders, wil eyn rath besichtigen.
Sonnabent post Simonis et Judä (31. X) mit dem neuen moller gehandelt und eyns wurden bis uff ostern zu vorsuchen, sol ime gegeben werden sampt dem helfferknechte vor alles wochlich 15 gr., das tranckgeldt von haußbacken weiß (Weizen) und von itzlichem maltz 1 gr. bekomen. Juravit ut supra.
Mitwoch noch omnium sanctorum (4. XI) ist Jacoff Kupperschmied von des raths wegen gesaget, das er seins stiffvatern Hans Hammers hauß meiden solle und ine mit keinen unnutzen worten beschwere, es sei wo es wolle, durch sich ader durch sein weib, sunder an gleich und recht begnugen lassen bey der stadt meidung.
Des schencken son dem baccalaureen angesaget, zwuschen hir und weynachten in kein schenckhauß zu gehen.
Becker und platzbecker. Dinstag am abend Martini (10. XI) beide rethe vorsammelt geratschlaget uf der becker supplication und beschlossen, was dy platzbecker und kuchler belanget, muß mit rath und hulffe M. g. H. beschehen, und wan dy becker den andern artickel vorcleret, woll eyn rath ferner sich bei M. g. H. erkunden etc. Mehl und griß zu vorkeuffen sollen allein dy becker weil es ir wergk, haben ausgeschlossen den montag. Dy mulhen belangend wirt es nicht mangel haben etc.
Mitwoch post Martini (18. XI) sint beide rethe vorsammelt. Erstlich beschlossen und den gerbern angezeiget, das sie sich des einhengens der leder enthalden, di pflocke ausschlohen sollen, dieweil eyn radt in bedencken, ab man inen dis orts an stricken wolle lassen vorgonnen.
Zum andern uf der becker supplication dem handtwergke angesaget, das eyn rath geneigt und wolle vorschaffen, das die sache bey M. g. H. gefordert, domit kein einhalt von imand zu besorgen. Dy kuchler wollen sich mit inen vorgleichen und backen wie zu Leiptzk.
Hospital Maternileuthe. Mitwoch nach Andreä (2. XII) hat ein erbar rath dy leuthe an der Elben und vorm thor, so zum spital Materni gehoren und demselben zinsbar, sovil dy erbgerichte belanget, uff bevelh U. g. H. bürgermeister Hans Gleynigen als itzt vorordenten spitelmeister angeweist, sich noch im, sovil vor alders gewest, aller gebur zu halten, dorin im eyn rath wil rettig (beirätig) und hulfflich sein. Was dy obergericht anlanget, wissen sie wol, wie es auch vor alders gehalten.
Mitwoch post natale domini (30. XII). Nach dem dy Frantz Ruellin M. g. F. (Meine gnädige Frau) dy junge hertzogin in supplicationschrifft angelanget, das Ir f. G. (Fürstliche Gnaden) sie wolle vorbeten (fürbitten) umb eyn halb byr, bis ir hauß bezalt wurde, nachzulassen etc., als hat der marschall mit dem bürgermeister geredt, weil er bericht, das dis jar das hauß bezalt, eyn rath wolle im eyn halb byr nach dißmal nachlassen etc. Doruf der rath die quo supra der frauen angezeigt, man wolle uff dismalh angesehen M. g. F. vorbitt gedult tragen. Wurde sy uf eyn ander jhar benottiget und wider anregen, sol ir unvorweisliche anthwort gefallen.
Freitag post Felicis (15. I) in vorsamlung beider rethe beschlossen: erstlich das dem herrn pfarrer (Dr. Petrus Eyssenberg) seine vorschreibunge des Queckborns halben sampt andern zedeln, weil er derwegen gutte berechnung gethan und das gelt, so hinderstellig, durch U. g. H. den landsfürsten an geburliche ortter vorordent wider uberreicht werden etc.
Zum andern ist Kaphan angezeiget, 10 ß vor dy bezichtung seins weibes und uffruhr in seinem hauße sampt anderm unfuglichen leben begunst (begangen) zu geben etc. Daruf er eyn bedenckzeit gebeten. Ist im nochgelassen.
Freitag post Fabiani et Sebastiani (22. I) ist Jacoff Kaphan in sitzendem rathe erschynen und geanthwurt. Dieweil bose sachen über ine ergehen sollen, als das eyn geschrey in seinem hauße begunst, derwegen er in gehorsam genohmen, auch das eyn unzuchtig weib des morgens sey heraußgangen etc., ist er des geschreies gestendig und vorhoffe, das er derhalben neben seiner forigen entschuldung genug gestrafft. Des andern stucks wollen inen die edelleuthe vortretten und vorantwortten.
Zum andern seines weibes halben thue er dise anthwurt. Hab sie jemand mit boser that anzusprechen, der sol sie rechtlich furnehmen und mit recht darzu thuen als vil sie auch thuen will etc.
Tertio was den todschlag belanget, saget, er sei umb sieben zu bette gangen, als alle sachen in guttem fride gewest etc. Dornach eyner von hoffe komen und den uffruhr erweckt etc. wi zuvor entschuldigung gescheen. Weil er nuh kein ursach darzu geben, vortroste er sich one entgeltnus zu seyn etc.
Quarto das eyn bose regiment inn seynem hauße sey und das und jene gestatte etc. Doruff sey anzeigung, er habe 29 jar haus gehalten und sich dermassen gegen menniglich bezeiget, das er vorhoffens, es werde ime nymands etwas mit bestandt konnen nachsagen und beybrengen, das ungeschicklich etc. Abs im dißmal gefelet und one seine ursache gescheen, bitte er umb gnade etc. [172] Dem also nach ist sein trostlich vorsehen, eyn rath werde ine der ufferlegten straff entledigen und also gegen ime sich erzegen als eyn iglicher des raths ime zu widerfaren begert etc.
Freitag post invocavit (19. II) den zimmerleuten angesaget, das sie kein geleimbte erbt (Arbeit), so den tischern zustendigk, machen sollen. Des hoffezimmermans halben ist den rethen zu hoffe angezeigt, das er in her Rudloffs hauße erbet vordinget. Doruff mit den tischern gehandelt, das dise erbet soll nachgelassen werden, aber hinforder sich zu enthalden.
Sonnabent beschlossen, Frantz Schmeissern anzusagen, daß er bey grosser peen nicht über 2 factoreien haben sal, domit auffsatz im fischhandel zu vormeiden.
Item drey thonnen hering von Schmeissern erkaufft befunden untuchtig, falsch und boße, sollen vorbrant werden uffm margkte.
Die ut supra Schwartzkoppen dem ferber angesaget, sein hoff forder zu setzen zwuschen hir und ostern. Man wolle inen alhier nicht dulden fleischfressens halben und das er seyn weib schir erwurget etc., derwegen er in gehorsam genohmen etc. Hat des gefencknus halben eyn urfrid gethan.
Freitag post reminiscere (26. II) hat Andres Kretzschmar eyn schuster vor dem Willischen thor in sitzendem rathe angeglobet, dieweil er in 16 jar von seinem hauße und handwerge keinen zins und geschoß gegeben, uff pfingsten 1 ß, Michaelis dornoch 1 ẞ und also forder (Am Rande: uff ostern im 30ten 1 ß und Michaelis dornoch 1 ß) zu geben, bis so lange 4 ß, darzu es im eyn rath gelassen, gefallen. Doch das dy neuen zinse und geschoß hinforder als 9 gr. zinse und 16 gr. geschoß allzeit zu geburlicher zeit gegeben werden. Sal diß jar die zinse und geschoß vor sich entrichten und hinforder etc.
Mitwoch nach oculi (3. III) hat des beschedigten schneidergesellen vater gebeten, dy beschediger nach eyn zeit lang inne zu halten, bis man befinden mochte, ob sy dy vorwundten bessern (entschädigen) mochten, weil es nach ungewis unnd ferlich ist etc.
Mitwoch nach letare (10. III) Schwartzkoppen nachmals gesaget, das eyn rath nicht wuste ire gemuthe zu andern, derwegen solt er sich des vorigen abschiedts halden, er kondte dann bey M. g. H., dieweil diß thuen S. f. G. gebotth, welchs er ubertretten, belangeth, ferner genad erlangen. (Nachschrift:) Die zeit bis uff pfingsten erstrackt. Freitag nach judica (19. III) hat im eyn radt genade bezeget uff sein vleyssig bith, dan er umb gotis willen gebeten mit erbittung, keyn (gegen) eynem erbarn rath zu sterben und zu geneßen etc. Wirt er aber wider kohmen, sal im eyns mit dem andern gedacht werden und one genade aus der stadt zihen. Und domit seyn (fehlt wohl: versprechen) bestendiger zu befinden, sal er zwuschen hir und Michaelis in kein schenckstadt gehen.
Freitag nach letare (12. III) hat eyn rath dy gebrechen zwuschen den vorwundten schneidergesellen an eynem und den thettern, dreien korschnergesellen nemlich Hans Kunigs sone, Caspar Heyne aus der Schlesien vom Jauer und dem dritten von Franckfurt anders theils, mechtiglich uff der parth bith und hinstellen beygelegt und außgesprochen, nemlich das dy theter allsampt den schneidern dem eynen vier und andern, der ins heupt vorsirt, 14 fl. vor yr unkost und vorseumnus geben sollen (Am Rande: und uff Johannis nehstkunfftig gar zu bezalen vorsichern, doch mitler zeit soll es an 1 ß nicht gebrechen haben) und sich mit den gerichten und barbirern vortragen. Borge wurden vor das gelt Mats Kunig.
Paul Kaphan und Symon Seyffarts schwester als Frantz Seyffarts erben vortragen, das Paul Kaphan, dyweil nach gehabter rechnung 7 ß befunden, obmelter parth dy helffte zwuschen hir und ostern ausrichten ader sich mit inen vortragen soll. Pars adversa testimonium von richter und scheppen zum Ohorn und techant von Meissen bericht.
Sonnabent nach judica (20. III) hat Paul Kellerknecht in sitzendem rathe eyn halben groschen wurffzins uff sein haus genohmen in ansehung, das es von Urban Hunichens hauße komen, und derselb Urban Hunichen sal hinforder jherlich allein 1/2 gr. geben, hat zuvor 1 gr. gegeben.
Den kannegissern das zyhn (Zinn) gesatzt, yhe eyn pfundt umb 21/2 gr. zu geben und das sie den zusatz machen, domit der gemeyne man versorget. Werden sie dorin bruchig befunden, wil sie eyn rath straffen. (Am Rande:) Eyn rath wils erfurschen, wi mans zu Freiberg gibet.
Freitag nach ostern (2. IV) das heuslen im Willischen thor dem dreschler (Drechsler?), so in Ranisch mit heuslen gewonet, eingelassen, das er sich allenthalben nach eynem erbarn rath halten solle.
Die ut supra hat eyn erbar rath den viermeistern der botner den raum m quinger (Zwinger) am Frauenthor bis an hübel aus gunst, so lange es eynem rathe gefellig ader beliben wirt, zu gebrauchen, yr holtz dohin zu legen und zu vorwaren nachgelassen, doch das sie darumb den hern des raths, so jherlichen der quinger zugehorig, was billich pflegen sollen und sunst doran keine gerechtigkeit zu haben etc.
Freitag nach trinitatis (28. V) zwuschen Melcher Gerbern und den geschickten Merten Manewitz etc. ist dise abrede gegeben, das sich bemelter Melcher Gerber seinem angeben nach mit Hans Alnpecken als seinem vorkeuffer inn acht tagen vorfachn (verständigen) und wan das gescheen, sol er sich mit Merten Manewitzen [173] vortragen ader inen zufride stellen; wu nicht, alsdan sal dy hulffe uber 14 tage wie recht und ubelich ergehen etc.
Dy Bauchen hat aus gutwillikeit yhres mannes seligen vetter vor sein anforderung eyn leberfarben rock gegeben, domit sal er begnugig sein etc., welchs er angenohmen.
Kleinschmide, Merten Beudeners son. Nach dem zwuschen dem handtwerg der kleinschmide alhir an eynem und meister Hansen Kloß von wegen Bartel Beudeners seines lehrjungen am andern teylh irrung und geprechen vorgefallen, indem das der lehrjunge Bartel Beudener eyn hundlen solle geworffen haben, das es gestorben, derwegen inen das handtwergk zu tadeln und seinem meister Hans Kloß dy erbet zu legen vorgenommen, als sint sie beider seits durch eyn erbarn rath nach notturfft vorhort; und weil im handel befunden und ausfundig gemacht, das der junge, als er das hundlen hat mussen ins meisters hauße jagen, dasselbig one vorsatz und einicherlei boses willens und also undancks mit eynem steyne geworffen, das es hernach gestorben etc. dermassen geweist. Dieweil nicht zu befinden, das der junge ader sein meister obgenant vorschuldt, wi man sich dan des falles im rechtem genugsam erkundet, das sie des handtwergs umb sulcher tadt willen zu entsetzen nach (noch) vorhinderung zu dulden, hirumb solt sich eyn handtwerg gegen inen nicht anders dann sunst eynem andern meister, geselln ader jungen yhres handtwergs halten und erzeigen, dodurch sie yrs handtwergs freyheit zu geniessen und zu gebrauchen geirret und also sie ehren, fordern, geneigten willen beweisen, inmassen bisher geschehen, sie all samptlich und eyn itzlicher besondern im selbst wolle bezeiget haben. (Zusatz am Rande: zu widerfahren begirig und beliben wurde). Welchs also beider seits bewilliget und angenohmen. Von den geselln desselben handtwergs sind diezeit vorhanden gewest mit nahmen Valten Fischer von Arnstadt, Nickel Hempel von Strelhen, Gorg Neisser von Gorlitz, Andres Roscher von Kempnitz, Albrecht Hop von Konspergk aus Preußen, Matz Grewitz von Kempnitz, Symon Mittich von Golssen, Mats Clement von Bischoffwerd und Marx Schreiber von Kotzschenbrode. Actum Sonnabend post ascensionis domini (8. V) im 29ten.
Topperfeuer. Mittwoch post corporis Christi (2. VI) den toppern nachgelassen, das sie mugen bruen bis zum thorschliessen. Wan das thor geschlossen, solle keiner kein feuer haben bei des handtwergs straffe.
Der herr pfarrer (Dr. Petrus Eyssenberg) sampt seinen leuthen beclaget sich uber Hans Barbirern, das er jungst vorschinen montag nach jubilate (19. IV) uffn abent umb sechs in seinem hauße in viler leuthe gegenwertigkeit offentlich gesaget zu etlichen von Poppitz: yhr seit eittel schelcke draussen zu Poppitz und vorretterische boßewicht mit euerm herrn, yhr saufft byr, solt billicher hellisch feuer sauffen, yhr vorrether und bosewichte, das euch dy pestilentz mit pfaffen mit allh (!) und dergleichen unfuglichen worten etc.
Doruff meister Hans geanthwort, er wisse gar nichts darumb, hab dy wort nicht geredt, sei des vorstandes got lob, das er solichs nicht thuen sal, und weis nichts von dem herrn doctor und den leuthen denn alles libes und guts, habe nihe keinen willen nach gedancken gefasset, vilweniger einiches wort geredt. (Nachschrift:) Dise injurien hat der herr doctor dem rathe zu gefallen nachgelassen und Hans Barbirer ist inn gehorsam genommen.
Mithwoch post Bonifacii (9. VI). Der pfarrer von Kotzschenbrode beclaget sich über Hans Schonhirschen von Zuschkewitz (Zitzschewig), das er inen und seine freuntschaft auch seine eldern seligen ubel gelestert und geschulden etc. welchs keines weges zu dulden etc. Doruff anthwurt Schonhirsch, er hab in auch zuvor geschulden und inen doruff allein eyn junckern geheissen. Anthwurt der pfarrer, er rede sein gewalt, dan er hab inen und die seinen zun ehren in der hochzeit, do er nicht gegenwertig gewest, also geschulden, welchs er erst hernach erfarn und inen mit glimpfflichen worten derhalb angeredt, als hat er in zum andern geschulden etc. seher ubel. Ist inn gehorsam genohmen. (Nachschrift:) Freitag post Viti (18. VI) hat Hans Schonhirsche dem herrn pfarrer di zugefugten injurien abgebethen und gesaget, er wisse nichts anders von im und aller seiner fruntschafft dan libes und guths und alle redlikeit etc. Doruf hat er angelobet bei 10 ß, sich fridlich zu halden und nichts zu effern (eifern).
Hans Hespergk beclagt Ulrich Schutzmeistern uff der brucken, das er inen sontags nach corporis Christi nehst vorschinnen doselbst uff der brucken in seinem hauße, do er den schutzen ein essen gegeben, schwerlich beschwert, injurirt und gesaget hat, er hab felschlich, untreulich und unredlich im schutzenhoffe (Preisschießen), so an der Elben vor 12 jarn ungeverlich gehalden, gehandelt etc. Anthwurt Ulrich Schutzmeister, er hab also gesagt, das er nicht redlich gehandelt, in dem als sie sich sampt den andern schutzen voreiniget, was iglicher gewunne, das er dasselbe einlegen und mit ennander theilen sollen, hab er sein gewins als 20 Schreckenberg (Groschen) eingeleget, wi ander auch gethan, welchs alles Hans Hesperg behalden und nymands nichts gegeben. Das wil er auch vor M. g. H. bekant sein.
Doruff begert der rath erstlich von Hans Hespergen, das er di sache dem rathe enheim gebe etc. Anthwurt wu der rath dermassen wege zu befinden und im an seinen rechten unschedlich sein sol, kan er wol handlung [174] (Verhandlung) leiden etc. Ulrich Schutzmeister anthwurt, er konne auch handelung gewarten, allein was er geredt, das wisse er nicht zu widderuffen. Hat kein handel wollen stat haben.
Freitag post Bonifacii (11. VI) hat der geschickte Merten Manewitz zu Freiberg Melcher Gerbern uff sein vleissige bitt acht tage frist gelassen, darumb das derselbige Melcher Gerber bericht, das er einen boten nach gewisser kuntschafft ghen Breßlaw geschickt, des zukunfft er alle stunden gewertig, doraus zu erkunden, wi es eyn gelegenheit umb den handel etc. Doch also, wu obgenanter Merten Manewitz mitler zeit nicht zufride gestellt, das alsdan schleunige hulffe an (ohne) allen vorzug, wi uf heutte hett sollen gescheen, ergehen sall. Actum ut supra.
Dem baccalaureo Peltz Mertens sone haben di viermeister nachgelassen, wan eyn banck ledig, so sal er macht haben, diselbige zu belegen.
Valten Schonhirsch und Ulrich Satler haben Hansen Schonhirsch ausgeborget, mit handgelubd selbschuldig zn hafften, das er sich zwuschen hir und Michaelis mit dem rathe umb 10 ß vortrage von wegen seins ungehorsams und mutwilligen gezenck etc. und das ers mit worten und wercken fridlich halte. (Nachschrift:) Der rath hat dy straffe zu sich genohmen; wan der wein geraten ader man dingen[18] wirdet, wil sich der rath wissen zu halden.
Mithwoch nach Viti (16. VI). Burgermeister Hans Gleinig beclagt Melcher Gerbern, das er im 200 fl. geligen geldes schuldig etc. Doruff sich Melcher Gerber bewilliget, den burgermeister nach stadt gewonheit in 14 tagen mit borgen (Bürgen) ader gelde zufride zu stellen; wo nicht, das dy hulffe (Hilfsvollstreckung) ergehen soll etc.
Mats Poppe. Mithwoch nach assumptionis (18. VIII) ist Matz Poppen aber in gehorsam genohmen, das er eyn viermeister geschlagen und etliche des raths mit bosen worten beschwert etc. und wider ausgelassen, also das er 31/2 ß zwuschen hir und nativitatis Mariae niderlegen sal etc. Notandum, wirdt er widerkommen selbst und gnade bitten, sall im gnade widerfaren. (Nachschrift:) Ist im zu 1 ß gelassen.
Dinstag vigilia nativitatis Mariä (7. IX). Nachdem Gorg Goltschmidt Wolff Schneidern, so das Elbenthor schleust, doselbst im thor, als her hat wollen schlissen, nehst vorschinen sontag nach Bartholomei mit der faust ubel geschlagen und meister Ulrich Schützmeister, weil es vor seinem hause gescheen, auch helffen reuffen etc., derwegen sie beide Gorg Goltschmidt und der schutzmeister in gehorsam genohmen uff bevelh M. g. H., als hat sie der rath uff heutt loßgeteilt, also das iglicher 1/2 schock zu buß geben soll. (Randbemerkung:) Notandum, M. g. H. hat selbst dy leuthe uff der brucken von der holtzbrücken an zum rathe geweist etc.
Frantz Schmeissern angesaget, das er nicht meher denn eine ader zwue factoreien haben soll, domit nymand der fisch halben beschwert werde etc.[19]
Melcher Gerber hat angelobet, den burgermeister Hans Gleynig zwuschen hier und dem neuen jar zu bezalen, wo nicht, so hat er gewilliget schleunige hulffe zu leiden, inmassen alle recht und gericht doruber ergangen. (Am Rande:) 130 fl. uf Galli dy helffte.
Sonnabend Galli (16. X) hat Gansauge in sitzendem rathe bewilliget und mit handgelubd zugesaget seinen gleubigern Cuntz Affen und Urban Schuman 104 fl. 15 gr. heuptsumma acht tage nach nehstkunfftigen Dresdenischen margk im rathe einzulegen, welche 104 fl. 15 gr. bemelte gleubiger durch iren geschickten unvorzoglich bekommen. Die expens und unkost sollen durch den rath uf dieselbige zeit taxirt und von Gansaugen auch alsbald erstattet werden. Wirdet aber Gansauge beweislich machen konnen, das im die angezeigten gleubiger widerumb schuldig, haben sie zugesaget, inhalt voriges receß vor iren ordentlichen richtern zu gleich und recht stille zu stehen.
Mithwoch post Lucä (20. X) sein beide rethe vorsammelt wurden und erstlich uff bevelh U. g. H. etliche herrn mit dem stadtschreiber khen Leiptzk zu zihen verordnet.
2. beschlossen zu vorbitten, das sich keyn gesell am tantze vordreien (verdrehen) noch anders eyn jungfer uffzihen dann wi zu Leiptzk gehalden wirt, als das nicht dy jungfern hin und widder sollen gezogen und gefurt werden.
3. dem haußman zum heiligen Creutze und zweien glocknern nicht zu gestatten, in dy hochzeit zu gehen[20].
Niderlage. Mithwoch vigilia Martini (10. XI) hat der burgermeister Zcodtfridels knechten von Pirn nachgelassen, eyn wagen mit heringen an der Elben niderzulegen, doch das alle gebur dy niderlage belangend gegeben werde, dis malh aus gunst. Es sein aber fast alle herrn in sitzendem rathe dowidder gewest und wollen haben dy niderlage uffm margkte zu halden.
Bierbrauen. Mithwoch nach Martini (17. XI) haben beyde rethe beschlossen und handtwergen und gemeyn angesaget, das eyn ider vor weyhenachten mochte brauen, so vil er geschicken kan und im zutreglich, uff das hernach eyner den andern nicht bedrangen [175] dorffe, in ansehung auch das der wein theuer und vertorben und zeitlich heuer angefangen zu brauen.
Item publicirt, das sich nymandt uffm tantzhauß vordreen nach gewhere tragen solle etc.
Mithwoch nach Thomä (22. XII) Paul Zschippichen mit seiner schwiger vortragen umb die 800 fl., das das hauß Hans Spigeln am kauffe volgen sall und Paul Zschippichen die 400 fl. am kauffgelde bekommen. Was dy Dannigeln (?) sonst an farender habe als hausgerethe und was dasselbig ist, wil sich eyn (fehlt: rath) bevleissigen, abs sie mochte zufride gestellt werden.
Mithwoch nach invocavit (9. III) Bernt Buchfhurer angesaget, das er etwan 14 ß als vor 2 schiff kalkstein geben ader vorkauffen und wegziehen sal, darumb das er uber manchfeltig vorbot U. g. H. Martinsche und Zwingelische bücher feylh gehabt etc.[21]
Die ut supra hat der rath dy expens Cuntz Affen und Urban Schuman wider Lorentz Gansaugen belangend uff 10 fl. taxirt und gewirdiget, welche 10 fl. gemelter Gansauge den obgedachten entrichten soll.
Dem neuen ferber, so etwan bey Greger Steinert gearbet, auffgenohmen, vorgonst zu arbeten, wil ime Peter Byner in seinem heuslen vorm Willischen thor zu wohnen vorgonnen, und wan eyn rath eyn ferbhauß rolle (?) bauen wird, sal er umb zimliche widerstattung gefordert werden.
Anno 30 bey burgermeyster Byner.
Marsteller. Marsteller sal nicht uber 12 hunner (Hühner) halten und allein eyn schwein etc. Ein Bock, keine zigen.
Asmus Lohe. Ein raum dem neuen tißer (Tischler) umb 5 ß gelassen, sol jherlich 8 gr. zinsen, wils uff Michaelis uff eyn malh niderlegen und umb ein erbarn rath zu gelegener zeit, wi man sein bedarff, vordienen.
Freitag nach ascensionis (27. V) ist Melcher Gerber in gehorsam genohmen, darumb das er Wolff Reichen diezeit richter ubel gescholden und geschmehet hat offentlich uffm margkte vor allem volcke. Item er hat inen auch geschulten und geschmehet, das er ime sein maltz geschatzt, dorzu inen der rath vorordnet und schwerlich vormocht etc. Uff dis malh hat der geduld mit ime getragen, aber der andern injurien mit der zeit wil der rath wol masse und gepurliche straffe finden.
Freitag nach Petri und Pauli (1. VII). Blasius Schuster der meltzer hat sein hoffstadt im Loche dem rathe vor 28 ß erblich vorkaufft. Umb d tagezeit will sich der radt freuntlich kegen im bezegen.
Frombde bier in der stadt. Der pfarher doctor Petrus hat in sitzendem rathe ausgesaget, das im gros entkegen, das uff Johannis nehstvorschinnen so vil geste uff der pfarre gewest. Derwegen zugesaget, weil es dem receß entkegen etc., so sol es hinforder nicht meher gescheen und uber eyn jar wil er dy kannen vorschlissen und sich aller gepur gegen eym erbarn rathe und gemeyner stadt halten etc.[22]
Karlewitz hat dem burgermeister zugesaget, man sal das hauß, so zum altar trinitatis uffm rathhause gehorig, Doctor Blasio vorkeuffen, er Ernst von Schonberg wil es gegen U. g. H. und menniglich vorantwurten etc.
Mithwoch nach visitationis (6. VII) hat Hans Hesperg sein sache mit Ulrich Schutzmeister vorneuet in gegenwertigkeit der schutzen.
Freitag nach Jacobi (29. VII) sein handtwerge und gemeyn gefordert und inen von wegen U. g. H. angezeigt das keyn eynwohner jemands frembdes und sunderlich von den ortern, do das sterben ist, one wissen und willen des raths, bürgermeisters ader richters sal eynnehmen nach herbrigen. Wurd uber das aus irem vorlassen (Nachlässigkeit) das sterben bey jemand eynkommen, sol derselbige dy stadt ein halb jhar meiden und dorzu an leib und gut gestrafft werden.
Item bey wem feuer wurd auskommen und derselbe sulchs vorschweigen und nicht ausschreien, der sal auch an leib und gut gestrafft werden.
Item des ausgissens halben eyn maß zu machen etc.
Freitag nach Laurentii (12. VIII) sein dy pauern, so in Baltzer Dodeners heuß gefrevelt, etliche burger geschlagen, vorwundt etc. dermaß loßgegeben, das sie 4 ß sollen niderlegen allenthalben und den barbirer zufride stellen.
Freitag nach Bartholomei (26. VIII) hat Merten Claus der tuchmacher mit handtgelubde zugesaget, das er nicht mehr spilen wil, es sey alhir ader anders wuh, und wan er uberfunden, das er eynich mal uber 3 gr. spilen wirt, sal er in gehorsam genohmen unnd zum tieffsten in thorm geworffen werden, welchs dy tuchmacher bey gleicher straffe, wo si es erfarn, ansagen sollen etc.
Freitag nach Mauritii (23. IX) hat der schulmeister sein abschiedt erlanget etc.
Maltz und bierbrauen. Sonnabend nach Michaelis (1. X) sein beide rethe vorsammelt und erstlich angezeigt, das dy rethe zu hoffe von wegen U g. H. bevelh gegeben, das nyemand von hinne in [176] Behmen schiffen ader etwas hinein furen sal, darumb das sie bey inen nichts wollen lassen schiffen, man brenge inen dan wahr (Ware) hinein, und dornach ires gefallens setzen, dadurch dy unsern hochlich beschediget etc.
Zum andern geratschlaget, das man uff eyn byer 14 ader 15 faß, darnach eyn maltz ist, gissen sal, damit der arme man und menniglich beym heuptgelt bleyben moge und das byr im alten kauffe behalte etc., dieweil das maltz teuer etc.
Item den preuern (Brauern) kein essen zu geben.
Ein maltz sal nicht mehr dan 30 scheffel haben und gemessen werden und nicht nach der gersten gerechent etc.
Item das man maltzschauer vorordene.
Mithwoch nach Leohnardi (9. XI) Michel Holtzeln vorboten, in kein byr noch weinhaus zu gehen in eynem jhar, auch kein spil zu treiben bey hochster buß. Hat es also mit handtgelubde zugesaget zu halten.
Freitags post conceptionis (9. XII) das der Stammern Nickel Paul Frantzen richter von Ostra zun ehren geschulden und belestiget, derwegen inen Paul Frantz vor dem gericht vorgenommen umb geburliche rechtfertigung etc., als hat der Stammern Nickel uff gutlich underhandelung eins erbarn raths sulchs volgender weise abgebeten. Also, das er inen geschulden und beschweret, hab er ime ursache dozu gegeben und es sey in trunckenheit gescheen, doran hab er ime unrecht gethan, mit bit, sulchs ime umb gotes willen zu vorgeben, dan er wisse nichts von ime dan ibs und guts. Sal im dy unkost, dorein er inen gefurt, als 4 ald ß wider geben zwuschen hir und ostern und bey dem richter alhir einlegen. Wurde er hiruber ferner mit worten ader wercken sich vorgessen und Paul Frantz inen uberkommen, sal er dy stat meiden etc.
Jacoff Hundorff sal Lindenern vor sein raum geben 2 ß als uff ostern eins (unvollendet).
Mithwoch nach circumcisionis (4. I) haben die viermeister der tuchmacher als Caspar Graupitz, Anthonius Mager, Paul Petzsch und Nickel Rabetasche angezeigt, was schaden von der rouffwolle kommet, derwegen sie im handtwerge jung und alt beschlossen, das hinforder nymand sulche rouffwolle bey 1 fl. peen arbeten sollen, mit bit, sulch ordenung zu bestetigen. Als hat eyn erbar rath sulche scheden, so von der rouffwolle kommen, zu gemutte genohmen, beradtschlaget und auch vor gut angesehen, das sie nymand arbeten solle, und also dis statut confirmirt.
Item es hat auch der rath uff ansuchen der viermeister vorordent, das kein meister uber vier kemmerin (Kämmerinnen) halten solle.
Dornstag nach oculi (16. III) beschlossen durch beyde rethe, das man dy gotslesterer straffen solle offentlich inhalt der gestalten nottel[23].
Item der bruderschafft halben S. Niclas etc.
Item Hans Hesperg hat gentzlich vorzihen und ausm herzen vorgeben die injurien und schmach, so im vom burgermeister Hans Gleinig solten widerfahren sein, und wil inen und die seinen ehren und fordern (fördern) und alles guts bezeigen, allein do beneben gebeten, ap er ader seine erben mochten derwegen angefahren werden, das eyn erbar rath wolle dis eindechtig (eingedenk) sein. Die hinderstellige summa, so er dem burgermeister Gleinige solte schuldig sein, wil er uff erkenthnus des raths gestelt haben. Doruff hat der burgermeister Gleinig Hans Hespergen auch alles vorzihen, domit er inen hin und wider geschmehet, injurirt und ausblasinirt, allein di schuld wil er unvorgeben sonder entricht haben inhalt seiner handschrifft.
Anno etc. im 31 ten Peter Byener burgermeister.
Er Franciscus Arnoldi hat den laden under dem rathhauße, so seine mutter in mittung gehapt, auffgelassen, welcher Merten Schmeissern gleicher gestalt zugestelt, das er seine zinse zu geburlicher zeit sol geben. Actum freitag nach cantate (12. V).
Klotzsche hat die Freibergische fhure[24] dem rathe uffgelassen, ist Jentzschen vorgunst uff eyn halb jhar mit ime zu vorsuchen etc.
Mithwoch post exaudi (24. V) hat der rath den armbrustschutzen 10 fl. an stat des zyhnen gefeßes, so uff alle sontage in schutzengraben gegeben ist wurden, hinforder zu geben zugesagt, damit sie eyn tuchgewant keuffen und alle sontage von pfingsten bis uff Michaelis eyn hosentuch dorumb zu schissen etc. haben konnen, dokegen das faß byr uff pfingsten und eyns uff Johannis abgehen sal, und sollen alle diejenigen, so an heiligen tagen im schützengraben kurtzweilen, durch sich selbst ader andere an ire stadt uff Johannis im harnisch gehen.[25] Dergestalt sollen den buchssenschutzen auch 10 fl. gegeben werden[26].
Freitag nach exaudi (26. V) hat der rath Hieronymo Braunsbergen aus gonst nachgelassen, das er zu seinem hauße an der ecken neben Baltzer Petzschen hauße, so zuvor Valten Hemmerlen gewest, dy [177] Weißeritz ausm rohrkasten vor der badestuben, wan ader so vil es der bader geratten (entraten) kan, in sein brauhauß fhuren mag zu seiner nodturfft zu gebrauchen, doch vorbeheltlich weil sulchs precario und aus gonst nachgegangen, das es vor keine gerechtigkeit und eigenthumb sal angezogen, sonder wan es dem rathe gefellig ader bedorfftig sein wurde, ires gefallens und nodturfft abgeworffen werden.
Mockerische pauern, so ecker in der stadt flur haben. Mathe Palitzsch und Philip Palitzsch zu Mockeritz haben zugesaget und gewilliget, ir burgerrecht wider zu vorschossen, damit inen der radt ire ecker in der stadt fluhr gelegen betreiben und wegegelt nicht geben dorffen etc.
Freitag nach Jacobi (28. VII) Cuntz Taschner und Hans Schmidt an eynem unnd der senckeler anders teils seint durch eyn radt, dohin sie es mechtiglich gestalt, irer geprechen, als solt Cuntz Taschner gesaget, wi der senckler Hans Schmieden dem schneider seine felh solt als eyn boßewicht geferbet haben etc., endtlich vortragen und wider voreiniget, das die genanten Cuntz Taschner und Hans Schmidt offentlich bekant, das inen nicht anders vom senckeler bewust, dan alle redlichkeit, auch nichts von ime dan alle guth und redlichkeit wissen, und solche ausgeflogene rede sal dem senckler unvorweislich sein und sulchs sal bey peen 1 silbernen ß nicht meher gedacht werden.
Freitag nach vincula Petri (4. VIII)., Jacoff Hundorff hat sein sache, das inen Gorg Waygener eyn schalck und boßewicht geschulden etc., dem rathe mechtig anheim gestalt, desgleichen Gorg Wagener etc. hat sich darzu bekant und sage es nach (noch), er hab ime drey rade gestolen und inen keller vorstackt etc., welchs Hundorff verlegen (verleugne), das er ime die rade zugesaget, wi er auch vorm richter Wolff Reichen bekant, das er sie ime vor seine mühe gegeben, doruff er sie, domit sie nicht am wetter vortorben, in keller beschickt etc. Discussum quod fecit animo injuriandi et illegitimo modo, ergo punibilis, sal inn thorm gesatzt und eyn tag ader 2 gehalten werden. Uff erkenntnus des raths hats der wayner Hundorffen abgebethen und gesaget, das er inen zun ehren geschulden und geschmehet, das habe er gethan aus bewegtem zornigem gemutte und wisse nichts von ime dan alle redlikeit und alles guth und bitte inen umb gottes willen ime sulchs umb zu vorgeben. Doruff ist der wagener in gehorsam genohmen und den viermeistern Hundorffs unschuldt angezeigt. (Am Rande:) Nickel Nael und Jacoff Hornig haben inen außgeborget sonnabent dornach.
Seeler. Die ut supra seint der seeler stricke zuschnitten und Hans Deisselbachs und Hans Golhd in der Seehgassen wahr (Ware) befunden, di eigene gemachte wahr der frembden gemeß und also beide der einheimischen ungemeß etc.
Di langen strenge sollen hanff sein und kein wergk eingezogen haben.
Sollen keine frembde wahr herein fhuren nach von frembden keuffen, die nicht den iren gleich sei, und wuh uffm marckten einichs hereinbracht wurde, so der einhemischen nicht gemeß, dieselbigen ader derselbige sal allein uff eynem orth feil haben etc.
Rauths und Peter Schuster. Die ut supra nach mittage sein Josep Rautte und Peter Kretzschmar der schuster irer geprechen des vorkaufften hauß halben durch den burgermeister Peter Byener und den stadtschreiber, uff welche sie mechtiglich ire sache gestalt und mit handgelubd zu halten zugesagt etc., endtlich vortragen. Nachdem Peter Kretzschmar Rauten sein hauß abgekaufft, doruff 100 fl. gegeben und 100 fl. schuldig, die er nicht vormag zu geben, und also das hauß Rauten wider eingereumbt, welchs er auch vorbeut, und der schuster die angegebene 100 fl. vorlisen (verlieren) muste, ist es gemittelt, das Raute ime widderumb 50 fl. geben sol als uff Galli schirstkunfftig 20 fl., uber eyn jhar aber 20 fl. und uff Galli im 33. di letzten 10 fl. (Nachschrift:) Doruff hat er den weinberg zu Zuschkewitz (Zitzschewig), so er von Valten Schein erbeut und vom rathe zu lehen ruret, zu einem willigen underpfandt eingesetzt und damit, wi sichs geburt, vorsichert. Actum sonnabend nach Laurentii (12. VIII) im 31. in sitzendem rathe. Sonnabent nach Pauli conversionis (27. I) im 32. hat Peter Kretzschmar bekant, das ime Michel Weidling doruff von wegen Jost Rauten 7 ß entricht hat, und gebeten sulchs zu vorzeichen.
Sonnabend darnach (5. VIII) ist handtwerge unnd gemeyn vorsammelt unnd inen angezeigt, erstlich das die nodturfft erfordert, anzuheben zu meltzen, derwegen die feuerstette in maltzheusern zu fertigen, auch achtung zu geben, das der kauf an der gersten nicht zu hoch zu steigern. Item die feuerstette in breuheusern zu fertigen, mit erinnerung wo nicht, so sollen die bosen feuermauern eingerissen werden.
2. Das auff bevelh U. g. H. nymant ausgissen sal bey peen 5 gr., so ufft dis ubertreten, und sonderlich kein mistjauchen ader pfützen.
3. Es sal nymandt bei leip und gut keinen herbergen, die aus dem sterben kommen, nach auffnehmen ahne wissen und willen des rathes, auch kein obist bei den Behemen keuffen.
4. Es sal aller aberaum aus der stadt an die Elben bei Ficklern an die mauer gefurt werden und sonst an keinen ort, uf bevelh U. g. H.
5. Es sal nymandt die schwein uffm margkte und gassen umblauffen lassen. So offt der botte (Ratsbote) [178] die uberkommet, sal er sie pfenden, desgleichen die entten. Item keine gense sollen in und uff den stadtgraben befunden werden, bei pfendung wi oben etc.
6. Das geholtze, aberaum, mist und was es ist, sal aus den gassen gethan werden.
7. Das kericht sal nicht in dy Katzpach geschutt werden nach dorann gewachssen (gewaschen) werden.
8. Der mist sal von den strassen vorn thoern in 14 tagen geschickt werden. Welcher uber di zeit befunden wirt, sal des gehorsams nicht entlediget werden, er schicke in dan hinweg und gebe 1 ß zur straffe.
9. Letzlich der geschoß erinnerung gethan, das die von Walpurgis bis uf pfingsten, von Michaelis bis uf Martini einbracht werden, beim gehorsam und straff etc.
Byrbrauen wil man auch zu rechter zeit vorkundigen lassen.
Mithwoch nach Donati (9. VIII) den gerbern angezeiget, das zwuschen hir und in 14 tagen di stangen und aberaum ires handtwerges weg gethan werden beim gehorsam.
Freitag post Laurentii (11. VIII). Jost Raute hat seine lehen vom hausse uffgelassen, Valten Schein in die lehen zu schaffen, desgleichen hat Valten Schein sein hauß uffgelassen, den futtermarschalh in di lehen zu lassen.
Fabian Flade, Matz Eckel. Mithwoch post assumptionis (16. VIII). Fabian Flade ist in sitzendem rathe erschinnen, sich der bedenckzeit von wegen seins ehdems (Eidams) hauß bedanckt und angesaget, das er das hauß selbst behalten, und wil Matz Eckeln die sechtzig fl. itzt uff Michaelis und volgend uf ostern di tagezeiten, wi die gemacht, ohne vorzug geben und halten. Ist also vorleßen im rathe.
Schwartzferber. Freitag nach assumptionis (18. VIII) den schwartzferbern angesaget, das sie zwuschen hir und Michaelis ire sache sollen beschicken und dornach nicht meher in der stadt ferben. Mitler zeit mogen sie hirinne ferben, ader (aber) nichts ausgissen.
Dienstags nach exaltationis crucis (19. IX). Thomas von der Haide hat bei den eiden und pflichten, damit er M. g. H. vorwant, ausgesaget, das ime bewust, das meister Jost Perler sich mit frauen Gertrud nach christlicher gewonheit vorehlichet und junckfrau Annen, itzt Christoff Brambergs weib, elhich gezeuget mit einander etc. ut moris, wi dan sulchs menniglichen des orts bewust und vilen in disen landen wisslich. (Am Rande:) Idem testimonium dedit Hensel Bothe mithwoch post Briccii (15. XI).
Fabian Flade hat nachgelassen (unvollendet).
Freitag nach Lucä (20. X) hat der rath den becken nachgelassen, in einem schusse die zeilen halb kurz und halb lang zu backen, welchs di viermeister bei eidespflichten zu vorvolgen zugesaget.
Hans Hesperg ist eyn vormunde gegen der Jostin Weißbrot[27].
Frombde wein in der stadt. Am abendt omnium sanctorum (31. X) haben beide rethe beschlossen, das man Frantz Schmeissern den wein, so er zu Senfftenberg gekaufft, sal nehmen und ins raths keller legen und nichts dovor geben, er habe sich dan mit dem rathe umb die frevel vortragen, das er der stadt und einwonern zu nachteil frembden wein eingeleget. Item sal nicht meher dan 2 factoreien haben etc.
Der wagen halben das (unvollendet).
Freitag nach omnium sanctorum (3. XI) Albrecht Possen nachgelassen aus gunst 1 vas byr uff dy wirtschafft unnd 1 virtel Radebergisch vor sich zu seiner nodturfft einzulegen etc.
Freitag nach Briccii (17. XI) seint Melcher Gerbern dy 400 fl. zum altar trinitatis uffm rathhauße, so itzt Greger Byeners sohn Hieronymus besitzt, uff geburliche vorschreibung und gunst zugesaget etc., also das die 200 fl., so doctor Blasius uf weinachten wirt geben, volgen und von den andern 200 fl., so im rath eingeleget, sollen alle seine schulde aus allen ampten abgekurtzt und di ubermaß sal ime entricht werden.
Sonnabend nach Briccii (18. XI) ist Joachim Listen seine straffe vorandert, also das er in 4 wochen sal 2 ß niderlegen, und hat zugesaget, in einem jhar kein messer zu tragen und das er nach neun hor in keinen tabern (Schenke) sal befunden werden, wil sich halten als einem fromen gesellen gezimet etc.
Mithwoch nach Catharinä (29. XI) ist durch nachlassunge und rath des cantzlers die hoffstadt, so der monche von Altendresden gewest, dem pfarher uffm Lauenstein zu vorkeuffen zugeschriben etc.
Freitag nach (Tagesangabe fehlt) ist die banck so Matz Robus (?) gehapt, dem baccalaureen Merten Peltzs sohne geligen, das er di belegen sol, so lange er es vormag, und wan er di nicht meher zu vorlegen wust, das er di unvorkaufft dem rathe wider aufflasse, welchs er also zugesaget.
Merten Spaldeholtzen von Biln (Bilin?) hat der rath das schadehafftige pferdt vorkaufft vor 1 ß, dedit alsbald 20 gr., sal geben uff lichtmesse 20 und uff ostern 20.
Mithwoch Luciä (13. XII) hat Georg Schirmeister mit handtgelubd zugesaget bey schuldt, busse und hochstem landtrecht, sich widder mit worten nach wercken kegen seim schwager dem sindico zu vorgreiffen, sonder fridlich halten.
[179] Fabian Fladen ist angesaget, das er in 14 tagen Michel Weidlichen zufriden stelle ader di 81 fl. bezale, anders sal die hulffe ergehen.
Freitag nach Luciä (15. XII) hat der rath 14 tage dem Polen gelaitte zugesaget, welcher Adam Notten (?) sein schuld zu geraumen tagzeiten gelassen etc.
Mithwoch vigilia Thomä (20. XII) haben Matz Hauben widerpart alle funffe mit handgelubd zugesaget und angelobet, inen an gleich und recht begnugen lassen, sollen in 14 tagen handelung gewarten als di mithwoch vor epiphaniä.
Kannegisser. Freitag post Thomä (22. XII). Peter Richter, Bastian Liborius ader Libers, Peter von der Sitte, Nickel von Jhene, Hans Sachsse unnd Merten von Wittenberg haben ausgesaget und bekant, das sie von Donat Drossen sohn Christoff Drosse nichts anders wissen dan ehre, redlickeit und alles guth, wollen in (ihn) ehren, fordern und alle guthe beweisen etc.
Pfundt sal zwuschen hir und ostern sein weib zu sich nehmen ader nicht im weichbild bleiben.
Der hutterin angesaget, das sie ire tochter Barteln irem manne nicht sal furhalten, zeiget ursachen an, das er sie yhr habe anheim geschickt und halte sie ubel, welcher ursachen nicht wol zu sagen, und sonderlich das er sie zwinge, gelt uffzuborgen und di leuthe zu betrigen; wo sie es nicht thun wil, das er sie mit nehsteln steuppe und schlahe etc., welchs die Grensingen erfaren und sie von Freiberg herab mit ir bracht.
Bartel Jentzschen und seim weybe angesaget, das sie sich beide selbst als alte vorstendige sollen weisen und widder zusammen zihen; wo nicht, sol ir keinem vorstattet werden, hirinne in der stadt weichbild ire nahrung zu haben, und dy frau sol vorkeuffen und weg zihen etc. Termin angesetzt bis uff trium regum.
Jacoff Kaphan sal sich in 14 tagen mit eym rathe umb den todschlag in seim hauß begunst und vorschwigen vortragen.
Der wayner in 4 wochen sal sein weip zu sich nehmen.
Freitag post innocentum (29. XII) ist Hans Rauchfuß zum marsteller angenohmen, hat mit hand und mund zugesaget, des raths dienst und geschefft mit vleis, als were es sein eigen, getreulichen was im zustehet zu vorsorgen. Sal den helfferknecht under im haben und sein gelt wochlich einnehmen, ime dovon zu lohnen. Kan er bisweilen one nachteil des raths arbet tranckgelt vordienen, doch das ers messig machen sol, ime ungehindert mit wissen des baumeisters widerfahren.
Die ut supra hat Ludewig Lincke gutwillig der Pompen alle dasjehnige nachgelassen, das er bei ir von wegen ires mannes zu fordern. Sal dovon di schulde bezalen wie sie weis, er wolle kein einrede haben. Hats dem burgermeister mit handtgelubd zugesaget, allein 6 schusseln halben wil er vorbehalten haben, so des langen Georgen gewest. Desgleichen hat Hans Lincke dem richter Doniden (Donat Fresser), dem es bevolhen, auch gethan.
Freitag post epiphaniä (12. I) Kilian Kranck und Greger Wese seint zu brezelbencken vorordent.
Was di pauer in breuheusern getrencke uff di wagen laden und follen (füllen), dovon dorffen sie nichts geben. Item wan sie den borgern mist ein tag fhuren, dovon geben sie nunt ein wegegeldt.
Dornstag den tag zuvorn hat M. g. H. vorordent und bevelh gegeben, wan man ein ader meher vom hoffegesinde – ausgeschlossen die vom adel, welche sich aller billickeit selbst halten und weisen werden – nach acht hor in eim schenckhauße befinden wirt, sollen sie mit gefencknus eingezogen und des morgens dem marschalh uberanthwurt werden, causa, das bei Jacoff Kaphan und Hans Deisselbach in 14 tagen noch einander in itzlichem hauße vom hoffegesinde ein mordt gescheen.
George Foltzsch und Jacoff Heuckelt (?) an einem und Andre Haudel von Zuschkewitz andres teils haben ire geprechen uff Matz Windisch, Wentzel Greger, Gorg Schuster und Symon Gißman gestalt eins kauffs halben. Was dieselbigen werden aussagen, dobey wollen sie es bleiben lassen, haben es also mit handgelubd zugesaget. (Randbemerkung zu Foltzsch:) sal Haudeln sein gelt unvorhindert herausgeben. (Desgl. zu Heuckelt:) hat di 4 ß zu geben uff sich behalten und den kauff beschlossen umb 54 ß.
Mithwoch post Felicis (17. I). Kaphan sol in 14 tagen 2 ß niderlegen doruff es der cantzler und Hans von Schonberg durch furbit betediget (vereinbart), von wegen das er ein uffruhr in seinem hauße lassen gescheen und sulchen den gerichten vorschwigen, dorin ein mordt gescheen. (Nachschrift:) ist zu 1 ß gelassen uff ir bit.
Pfarher uffm Lauenstein. Freitag post Anthonii (19. I) hat der rath den steinern stock, so sie von monchen zu Aldendresden gekaufft, erblich vorkaufft und umb 60 fl. gegeben, sal zwuschen hir und fastnacht 20 fl. und dornach alle jhar 20 bis zur bezalung geben, sal 40 gr. dovon geschoßgelt jherlich und 1 bir doruff zu brauen macht, uber ein jhar sal er anheben zu geben, dis jahr 1 alt ß. Sal so vil thun, was ein ander hauß und nicht den lehen incorporiren etc. Walpurgis sal er nichts geben, dornach uff Michaelis 20 und volgend Walpurgis 20 gr. und so fort.
[180] Gorg Goltschmid bit 4 wochen frist und bedenckzeit redtlich sein gemuthe zu eroffnen.
Laux Kolers banck. Merten Horns banck ist Laux Kolern zugesaget zu belegen bis solange Merten Horn diselbige selbst vormocht zu belegen etc., alsdan sal er innehalten bis ein ander banck ledig wirt.
Mithwoch post Fabiani und Sebastiani (24. I) Frantz Haußmans bruder zugesagt und der alte Krohmer burger zu werden.
Freitag nach Pauli conversionis (26. I) Dem lange Lorentz, seim weibe und tochter letzlich angesaget, das sie sollen doran sein, dieweil ir tochter sich mit einem vorlobet und sie selbst ime dieselbige zugesaget, wi sie dan offentlich uffgeboten, das sie inen nehme ader mache sich von ime mit rechte loß. Wo nicht, sal sie nicht in der stadt bleiben.
Hundorff sal in 14 tagen Melcher Gerbern bezalen und di schuch (unvollendet).
Jacoff Schonfeldt Adams ehdem ist nachgelassen, neben seinem schweher seine bang zu belegen, doch das Laux Koler vor ime meister werde. Wan eine banck ledig wirt, sal sie ime gelassen werden.
Mithwoch post Pauli conversionis (31. I) dem zinshern Hieronymo Cunath bevolhen, den acker, so der rath von Hans Ficklern gekaufft etc., mit haffer zu besehen (besäen) und zu vorsorgen. Es hat auch Gregor Byener als bruckemeister di wise doneben dem rathe eigenthumlich eingereumet, allein das man ime di zinse dovon reichen sal.
Der bader garten ist Hieronymo Cunath umb den zins vormiet.
Brosio Heintzen ist Hans Queres banck zusaget.
Jacoff Schneider und Frost von Tolkewitz haben bewilliget, uff Bartholomei 5 ß einzulegen, dovon sal der witwen 1 ß und 4 ß Kilien, der die schwester hat, volgen. Dornach sollen sie sich des kauffs halten forder wi die tagzeit gemacht.
Freitag nach cinerum (16. II) der Stoltznerin schwester 14 tage bedenckzeit gebeten.
Hansen Wolff ist das stucke ackers wider geligen, so Hans Cuntz gehapt und nicht hat konnen bezalen, leyt (liegt) zu Leuben zwuschen Jentzsch zu Seidelitz (Sedlitz) und Andres, zinst zur schulhen Andre Fuchs und Peter Wolffen, ist hin und wider gelegen.
Fleischer. Freitag (übergeschrieben: Sonnabent) post paschä (5. IV) haben di viermeister der fleischer, so si des gefencknus entlediget, 10 fl. zur straffe gegeben, darumb das sie am osterabend unrecht (übergeschrieben: unwarheit) bericht, als solt das kalpfleisch zu Pirn, Meissen etc. jhe ein ℔ vor 4 ₰ gegeben und geschatzt sein wurden.
Sonnabend nach jubilate (27. IV) nach sieben hor haben M. g. H. heimgelassene rethe hauptman von Meissen und doctor Kommerstadt den irrigen orth Matz Gotzen besichtigett unnd eben befunden, wie es der rath erkant. Doch damit sich Gotze nicht zu beclagen, weil er sich nicht gutlich wil weisen lassen sal er sechssischer frist beweisen sein anzeigen und wan es gescheen, sal das gezeugnis in di cantzlei überanthwurt werden, rechtlich zu vorsprechen. Der rath sal commissarius und der stadtschreiber notarius sein. Wan ime das gezeugnus entfallen, sal dem rathe seine straffe vorbehalten bleiben, doch auch Matz Poppen (Gotzen?) seine nodturfft unnd kegenbeweisung auch zuvorbehalten.
Freitag nach pfingsten (24. V). Simon Schmidt ist zum steinsetzer auffgenohmen, darumb ein rath mit ime einig wil werden, was man von der rutten geben wil.
Mithwoch nach Barnabä (12. VI). Kilian Tuchscherer Claus Tuchscherers laden eingethan, doch dergestalt, wo er nicht seine zinse allzeit gibet, sal er des ladens mussig gehen etc. Ist Barteln, dem er zuvor zugesagt, eingereumet etc.
Mithwoch nach Laurentii (14. VIII). Hans Kalben sohn ist zu burgen henden ausgelassen, also das er zugesaget, bis uff weinachten kein messer ader gewher zu tragen, und das er diejenigen, so inen seiner bosheit halben zu gefengknus bracht, mit worten unbeschwert lasse. Wurde er aber wider kommen und sich vorgeslich erzeigen, so sal im eins mit dem andern gedacht werden. Sal zwuschen hir und Michaelis 1 ß niderlegen.
Mithwoch nach Bartholomei (28. VIII) den kannegissern angesagt, das sie yhr arbet lassen sollen machen etc.
Greger Byner beschwerung angezeigt, das vil zinse durch den bau (Festungsbau) dem heiligen Creutz entzogen, und ap M. g. H. dornach fragen wurde, das eyn rath dorumb anthworten wolle.
- ↑ Richter, Verfassungs- u. Verwaltungsgeschichte Dresdens I, 146.
- ↑ In Leipzig gibt es Protokolle über die Sitzungen der drei Räte von 1498 bis 1531, vgl. Wustmann, Quellen zur Geschichte Leipzigs II, 75.
- ↑ Michel Uhl, ein Tischler, war wol schon damals lutherisch gesinnt; trotzdem bekam er 1528 vom Brückenamte den Auftrag, für die Kreuzkirche die große Tafel anzufertigen, auf die Hans der Maler die noch jetzt im Stadtmuseum aufbewahrten Darstellungen der 10 Gebote malte. Nach Einführung der Reformation kaufte er 1547 das in Holz geschnitzte Erlösergrab aus der Kreuzkirche und machte ein Bett daraus, fand aber dafür begreiflicherweise keinen Abnehmer. Vgl. Richter III, 284.
- ↑ Hieronymus Emser, der bekannte Hofkaplan Herzog Georgs und streitbare Gegner Luthers.
- ↑ Das Senatusconsultum Vellejanum erklärt das Eintreten von Frauenspersonen für fremde Verbindlichkeiten im Hinblick auf ihre Rechtsunerfahrenheit und Geschäftsunkenntnis, sowie auf die Schwachheit des Geschlechts für unwirksam. Vgl. Salkowski, Institutionen, 9. Aufl. S. 451.
- ↑ Uber den Worfzins vgl. Richter I, 273.
- ↑ Vgl. eine solche Verordnung von 1504 bei Richter II, 110.
- ↑ Über die Gerade, d. i. weibliche Kleidung, Schmucksachen etc., vgl. Richter II, 70.
- ↑ Erst 1547 wurde mit den Städten Brüx und Aussig ein Vertrag geschlossen, daß man Erbschaften gegenseitig verabfolgen wolle. Vgl. Ratsprotokoll A. II. 100 a/.
- ↑ Raudnitz war vermutlich abgebrannt.
- ↑ Der Meißner Bischof war Lehnsherr von Briesnitz.
- ↑ Hieraus geht hervor, daß schon vor Einführung der Reformation Kinderschulen, jedenfalls Privatschulen, in den Vorstädten bestanden.
- ↑ An die Ratssitzung pflegte sich die Gerichtssitzung anzuschließen.
- ↑ Während die nach dem Brande von 1491 vom Herzog Albrecht erlassenen baupolizeilichen Vorschriften und die von ihm ausgesetzten Vergütungen (vgl. Richter II, 329) nur eine größere Feuersicherheit bezweckten, scheint der Rat hier zum ersten Male auch für die Verschönerung eines Hauses Vorteile gewähren zu wollen.
- ↑ Beim Bau der neuen Festungswälle.
- ↑ Klein- oder Niedersedlitz stand unter der Gerichtsbarkeit des Wilhelm von Karlowitz auf Kreischa.
- ↑ Städtische Gefängnisse, „Bürgergehorsam“ genannt, befanden sich sowohl im Rathause wie in einem der Tortürme, vgl. Richter II, 78.
- ↑ S. oben. – Der Rat pflegte in den ihm zinspflichtigen Dörfern Kötzschenbroda und Zitzschewig im Herbst zur Weinlese Gerichtstag zu halten. Vgl. Richter II, 15.
- ↑ Vgl. oben S. 172.
- ↑ Zum Musikmachen.
- ↑ 1523 waren wegen des gleichen Vergehens zwei fremde Buchhändler gefangen gesetzt worden, vgl. Dresdner Geschichtsblätter I, 85. Über die Lieferung ganzer Schiffsladungen Steine als Strafe vgl. Richter II, 86.
- ↑ Über den unberechtigten Ausschank fremden Biers auf der Pfarre vgl. Richter II, 266 ff.
- ↑ Vgl. Richter II, 149.
- ↑ Gemeint ist wahrscheinlich die Herbeischaffung des Freibergischen Bieres für den Ratskeller.
- ↑ Vgl. Richter, das Johannisspiel zu Dresden, im Neuen Archiv für Sächs. Geschichte IV, 101 ff.
- ↑ Zu dieser Nachricht über die Ersetzung der Zinnprämien durch „Hosentücher“ bei den Schützengesellschaften vgl. noch folgenden Ratsbeschluß v. J. 1545: „Hackenschutzen. Ein rath hat beschlossen und gewilligt, das sie den hackenschutzen alle suntag wollen 6 gr. zum vortheil geben, darfur sie ein stuck zyn alle mhal beym kannegisser nemen sollen.“ (A. II. 100 a Bl. 22 b.)
- ↑ Jobst Weißbrot war 1530 in Pulsnitz hingerichtet worden, vgl. Dresdner Geschichtsblätter I, 84.